Mittwoch, 9. Februar 2011

Evolución humana

Ich war heute im Museo de la Evolución Humana. Das scheint hier ein Muss zu sein. Es haben mich schon mehrere Leute gefragt, ob ich schon drin war (manche sogar mehrmals). Keiner von diesen Menschen hat mich gefragt, ob ich in der Kathedrale war. Außerdem basiert Burgos sein Kulturhaupt-Motto darauf. R-evolución. Und an den Mittwochnachmittage ist der Eintritt frei (sonst kostet es für Studenten 4€). Genug Gründe, dieses Museum mal genauer unter die Lupe zu nehmen, auch wenn es sonst nicht so mein Thema ist.
Das Museum ist aber wirklich gut gemacht. Im Untergeschoss ging es um eine archäologische Ausgrabungsstätte in der Nähe von Burgos (Atapuerca) und erste menschliche Knochenfunde von da. In zwei dunklen Kästen wurden Knochen und Zähne irgendwelcher menschlicher Vorfahren gezeigt, die man in Atapuerca gefunden hat. Auf den "Dächern" dieser Kästen waren Bäume und kleiner Pflanzen nachgebildet, die man später aus der zweiten Etage dann in ganzer Schönheit betrachten konnte.
Das Erdgeschoss war größtenteils der Evolutionstheorie und Charles Darwin gewidmet. Es gab eine kleine Nachbildung von Darwins Schiff, die man betreten konnte (mein liebster Teil der Ausstellung - ich mag die Kultur eben doch lieber als das biologische Warum). Aber es wurde auch die klassische Genetik (mit den Fruchtfliegen und den Erbsen) und die Molekulargenetik erklärt. So ein Filmchen zeigte schematisch, wie die DNA-Polymerase über den DNA-Strang fährt, die Säuren kopiert und die messenger-RNA erstellt... Damit hätte man gut fürs Abi lernen können (und ich hoffe, ich habe beim Beschreiben jetzt keinen Fehler gemacht, oder dass keine Biologen das lesen :-D). DNA heißt auf Spanische übrigens ADN. Diese Erklärung der Molekulargenetik war Teil des Runterbrechens, was wir Menschen sind. Vom "Wir bestehen aus genetischer Information" bis zu "Wir sind Primaten". Außerdem konnte man eine riesige Nachbildung eines menschlichen Gehirns betreten, es wurden die Nerven erklärt und alle "Vorläufer" des Homo Sapiens wurden vorgestellt. Das Erdgeschoss fand ich am spannendsten.
In der ersten Etage ging es um Werkzeuge, die die ersten Menschen genutzt haben, warum sie anfingen, sie zu nutzen, welche Vorteile das hatte und dass dadurch ihre Gehirnkapazität größer wurde. Es gab ein paar Filmchen zur Höhlenmalerei und die Nachbildung der Siedlungen der Neandertaler. Das Ausstellungshighlight dieser Etage ist in den Augen der Museumsmacher wahrscheinlich ein runder Raum, in dem es stickig und heiß ist, und ist dem gezeigt wird, wie das Feuer unser tägliches Leben verändert hat: Es beginnt mit einem explodierenden Planeten, dann findet ein Höhlenmensch einen brennenden Stock und bringt den fröhlich grunzend mit nach Hause. Die Fackel entzündet dann eine Menge Kerzen, als nächstes wird eine Zündschnur entzündet, was wieder eine nette Explosion ergibt und zum Schluss hebt eine Weltraumrakete ab und es kommt hinten Feuer raus. Im Vergleich zum Erdgeschoss fand ich die erste Etage eher langweilig.
In der zweiten Etage war dann nicht mehr so viel los. In einem dunklen Raum wurde ein "Film über verschiede Ökosysteme" gezeigt. Sprich, es wurde eingeblendet "Der Regenwald" und man sah einen Orang-Utan in einem Baum sitzen. "Die Savanne" - ein Elefant... Also, ein bisschen mehr wurde natürlich schon gezeigt, aber es wurde nicht mehr kommentiert. Zum Schluss hieß es dann, dass wir Menschen ja nichts besseres zu tun hatte, als diese Lebensräume zu zerstören, der Bildschirm wurde dunkel und man hörte Autos. Das hatte immerhin noch eine Aussage.
Der Museumsshop war auch auf der zweiten Etage. Eigentlich hatte ich gedacht, man könne da Postkarten kaufen, weil im Museum das Fotografieren verboten war, aber gab es nicht. Vielleicht will auch keiner eine Postkarte von einem halben Gebiss oder einer blauen DNA-Polymerase verschicken... Stattdessen gab es alle möglichen Bücher zu Darwin, zur Steinzeit, zum Gehirn, zu Burgos, zum Jacobsweg, zum Kochen, zu Wein, zum Cid... sowie Bleistifte, Plastikdinos für Kinder, Plüschmammuts, Kinder-T-Shirts von dem Museum und ein merkwürdiges Musikinstrument, etwa so groß, dass es in eine Handfläche passt, mit einem Holzkörper und 5 Metallstreifen, die man irgendwie zum Schwingen bringen muss.
Mein erster Gedanke, als ich in den Laden kam und gemerkt hatte, dass es keine Postkarten gab: "Ich will ein Mammut als Kuscheltier!" Das habe ich dann aber doch nicht gemacht. Ich bin ja schon groß. Einen Moment lang habe ich mir überlegt "El Cantar de Mio Cid" als Comic zu kaufen. Das gab es auf Englisch und auf Spanisch. Aber die Figuren waren hässlich gezeichnet und der spanische Comic wäre ein Euro teurer als der englisch gewesen, da habe ich den aus Protest nicht gekauft.

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