Oder: Wie sich eine Stadt verändert
Nach einem halben Jahr in Burgos lassen sich schon Veränderungen der Stadt erkennen. Die meisten hängen sicherlich auch mit dem Versuch, Kulturhauptstadt 2016 zu werden, zusammen.
Momentan sind überall in der Stadt Baustellen. Die Straßen werden aufgerissen, ich weiß nicht, ob da Rohre verlegt werden oder der Belag einfach nur erneuert wird, und Gebäude werden eingerüstet. An der "Avenida de Valencia del Cid" basteln sie jetzt schon herum seit ich hier bin, und es wird, meiner Meinung nach, nicht besser. Zwei weitere Nebenstraßen zur Calle San Pablo werden gerade ebenfalls bearbeitet.
An anderen Baustellen waren die Bauarbeiter aber sehr fix. Der Platz vor der Kathedrale ist innerhalb von kurzer Zeit komplett erneuert worden. Die Statue des kranken Pilgers ist vor den Bauarbeiten umgezogen und steht jetzt auf einer Art Terrasse, wenn man an der Kathedrale vorbei, die Stufen in den höher gelegenen Teil der Stadt steigt. Auch der Platz gegen über der Post ist in wenigen Wochen neu gepflastert worden. Bei den Baustellen ist mir aufgefallen, dass die Bauarbeiter den ganzen Winter durch gearbeitet haben. Auch als es schneite, waren sie, wenn auch nur eingeschränkt, auf der Baustelle aktiv.
Bei den Restaurierungen der Gebäude dauert es etwas länger. Mitte oder Ende Oktober ist der Arco de Santa María eingerüstet worden und steht seit dem immer noch grün verpackt rum. Es scheinen da zwar Leute zu arbeiten, aber es geht wohl nur langsam voran. Genauso sieht es in der Kathedrale aus. Seit ich hier bin, werden zwei Seitenkapellen und ein Teil des oberen Kreuzganges restauriert und sind dementsprechend gesperrt. Aber bei der Kathedrale insgesamt hat mal wohl schon viel geschafft. Lisas Freundin, die aus Burgos kommt, hat ihr erzählt, dass sie früher immer dachte, die Kathedrale sei schwarz. Die Außenfassade ist dann in den letzten Jahren ordentlich sauber gemacht worden.
Außerdem ist mir aufgefallen, dass im letzten halben Jahr mehr Hinweis-Schilder zu Museen und anderen Sehenswürdigkeiten angebracht wurden. Im November musste ich das Büchermuseum noch mit Stadtplan und Google Maps suchen. Inzwischen gibt es ein lila Schild, das die Richtung weist. Selbst von der anderen Seite sagt eine Werbetafel "Büchermuseum - da lang". Auch das Museo de la Evolución Humana ist jetzt besser ausgeschildert. Jetzt kann man den Weg auch finden, wenn man von hinten kommt. Die Aushänge der Busfahrpläne in der Innenstadt wurden auch erneuert. Ich würde sagen, Burgos ist bestens gerüstet für die "Burgos 2016" (was nicht ganz so cool klingt wie "Ruhr 2010" ;-))
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