Dienstag, 26. Oktober 2010

Herbst II

So langsam ist meine Welt wieder in Ordnung, denn auch hier ist es richtig Herbst. Die Bäume haben jetzt auch hier schöne bunte Blätter. Bis auf die Platanen. Die haben keine Blätter mehr, weil im Herbst alle Zweige, die Blätter tragen abgesäbelt werden. Ohne Blätter und dünne Zweige sehen sie ziemlich verkrüppelt aus.
























Am Wochenende habe ich einen kleinen Spaziergang am Fluss entlang gemacht und ein paar Herbstbilder gemacht. Das Wetter war toll. Die Sonne hat geschienen und es war angenehm warm. Die Temperaturen sind hier sehr anders als in Deutschland. Die Unterschiede zwischen morgens/ abends und tagsüber sind enorm. Manchmal laufe ich morgens bei 2°C zur Uni und nachmittags bei 18°C zurück. Man weiß nie, was man anziehen soll. Geschweige denn wie man auf die Frage: "Ist es in Deutschland auch so kalt/ so warm?" antworten soll.





Donnerstag, 21. Oktober 2010

Kurioses I

Es ereignen sich hier öfter kleinere Situationen, die ich in dem Moment sehr lustig finde, aber für die es sich nicht lohnt, einen eigenen Blogeintrag zu schreiben. Ich dachte, ich sammele sie mal und schreibe sie zusammen auf. Allerdings habe ich jetzt sicherlich einige wieder vergessen, aber das woran ich mich erinnere, möchte ich euch jetzt einmal mitteilen. Im Grunde sind es zwei große Themenbereichen, die ich gerade im Kopf habe: die Orte, an denen man hier in Burgos Deutsch findet, und die spanischen Namen.

Es ist schon verrückt, wo man hier auf deutsche Wörter trifft. Und damit meine ich nicht die deutschen Touristen, die einem vor der Kathedrale über den Weg laufen. Auf dem Weg zu meine WG komme ich zum Beispiel täglich an einem Laden mit artistischen Geräten und Holzspielzeug vorbei. Im Schaufenster sieht man Jonglierkeulen, Stelzen und kleine Kartons mit Holzautos und anderem "pädagogisch wertvollem" Spielzeug. Weil ich ja gerne in Fenster gucke, riskiere ich immer wieder einen Blick und an einem Tag, ich war schon fast an dem Geschäft vorbei, fiel mein Blick auf das Wort "Miniseilbahn". Erst habe ich mir nichts dabei gedacht, dann fiel mir aber auf: "Moment mal, das ist ja deutsch!!!" Ich habe auch gleich ein Foto davon gemacht.

Etwas Ähnliches ist in einem Dönerladen in der Nähe der Kathedrale passiert. Alexandra und ich wollten nach der Uni was essen und weil die spanischen Restaurants, in denen das Menu schön billig war, alle voll waren, haben wir uns für Döner entschieden. An dem Laden stand zwar dran, dass Deutsch gesprochen würde, aber wir dachten uns, dass die Spanier eben etwas Deutsch könnten. Es stellte sich aber heraus, dass die Besitzer aus Dortmund kommen. Und dass Alexandra und der Besitzer sogar einen gemeinsamen Bekannten da haben. So klein ist die Welt! Als wir gegangen sind, ist uns aufgefallen, dass auf dem Schild auch "Döner" stand. Nicht "Doner", wie die Spanier es schreiben. Außerdem stand da auch noch "Fleisch und Salat im Fladenbrot" oder so ähnlich. Das war uns gar nicht aufgefallen. So was erwartet man hier ja auch eigentlich nicht.

Und jetzt zu dem Namen... Eigentlich hätten die schon fast einen eigenen Eintrag verdient. Ich weiß aus Essen ja schon, dass es Spanier mit eigensinnigen Namen gibt (eine spanische Dozentin heißt Belén (Bethlehem) mit Vornamen - in einer deutschen Schule wäre sie mit dem Namen sicher gemobbt worden), aber ich hatte gedacht, dass das Einzelfälle sind. Wie Paris Hilton... Weit verfehlt. In dem Grado-Jahrgang gibt es zwar normale Namen, wie Cristina, Joana oder Virginia (wobei ich letzteren Namen schon etwas ausgefallener finde, aber die Spanier finden wahrscheinlich Namen wie Katrin oder Charlotte äußerst merkwürdig), allerdings auch ein Mädchen namens Lourdes. Aber es kommt noch besser: Beim Mercadona (Supermarkt) arbeitet eine Frau, die Nazaret heißt. Heute hat sie sich mit Jesús unterhalten. Ihr kennt mich ja, ich habe mir dann gleich überlegt, wie lustig es wäre, wenn die beiden ein Paar wären und die anderen den Jesús, um ihn von anderen mit den gleichen Namen zu unterscheiden, immer "den Jesús von Nazaret(h)" nennen würden... :-D
Und was bei den Namen der Spanier auf jeden Fall erwähnt werden muss, ist der Name María. Frauen wie Männer tragen diesen Namen und bei den Frauen sind es gefühlte 50% wenn nicht mehr. Viele Frauen heißen nämlich María + einen anderen Namen. María Cristina, María Luisa, María Rosa... Als ich das erste Mal zum Masterkurs kam, stellte sich die eine Frau mit Asun vor. Ich musste gleich an "Atún" (Thunfisch) denken und habe nochmal nachgefragt. Sie meinte, sie hieße eigentlichen María Asunción aber das wäre "un nombre muy larog y feo" (ein sehr langer, hässlicher Name), deswegen Asun. Das Mädchen, das sich vorher als Rosa vorgestellt hatte, meinte, es hieße eigentlich auch María Rosa. Asun hat mir daraufhin erklärt, dass es eine zeitlang in Spanien so üblich war, den Mädchen zuerst den Namen der Jungfrau zu verpassen. Aber das ist keine Erklärung dafür, warum manche mit dem Namen María Inmaculada gestraft sind...

Dienstag, 12. Oktober 2010

Puente: Eine tolle Erfindung

Dieses Wochenende war in Spanien Puente. Zu Deutsch: Brückentag. Heute ist Nationalfeiertag in Spanien (einer von zweien ;-)) und weil das ein Dienstag ist, war Montag ein Brückentag. Da ich freitags keine Uni habe, hatte ich fünf Tage frei. Total genial.
Freitag Abend habe ich mich mit meinem Tandem-Partner getroffen. Mit dem einen. Ich habe nämlich zwei. Einer, der Rodrigo, will mit mir sein Englisch verbessern, und mit Sergio mache ich ein deutsch-spanisches Tandem. Freitag war Rodrigo dran. Wir haben aber nur Spanisch geredet, er meinte, er würde sich nicht mehr trauen, mit mir Englisch zu reden, nachdem er gehört hat, wie gut mein Spanisch ist. Das zweite hört man doch gerne. Auch wenn ich denke, dass es nach 5 Jahren Spanischunterricht besser sein sollte... Rodrigo ist aber sehr nett. Und er mag auch Irland.
Samstag war ich abends im Teatro Principal. Da gab es eine Zaubershow. Das Geld wurde für wohltätige Zwecke gespendet und Cristina hatte in der Uni Karten verkauft. Sonst wäre ich auch nicht hingegangen. Es war nicht schlecht. Irgendwie ist es ja schon faszinierend, was der Zauberer da für eine Show abzieht, auch wenn er nicht richtig zaubert. Zwischendurch wurden immer wieder Leute auf die Bühne geholt, aber der Beste war Jesús (oder José - beide Namen kamen vor), ein Mann um die 50, der ein Zaubererjackett und die Brille von "Charry Potterrr" angezogen bekam. Das Schönste an der Show war die Schattentheatervorführung am Ende. Der Zauberer hat richtig tolle Figuren mit seinen Händen gemacht: Hasen, Hunde, ein Kamel mit Reiter, ein Pärchen, das sich küsste...

Der Höhepunkt des langen Wochenendes kam aber am Sonntag und Montag. Ich bin mit Lisa und Christina, einer Mit-Erasmusianerin von Lisa, nach Gijón gefahren. Gijón ist eine Stadt in Asturien, an der Atlantikküste. Meer! Ein bisschen vermisse ich Strand und Meer hier in Burgos ja schon. Der Ausflug hieß zwar, Sonntagmorgen um 6.35 Uhr den Bus in Burgos nehmen, aber hey, manche Opfer muss man eben bringen. Ich hatte schon am Tag vorher ein "Opfer" gebracht und habe telefonisch ein Zimmer in einem Hostal für uns gebucht. Es wollte natürlich keiner von uns. Telefonieren auf Spanisch ist schon noch eine Überwindung.
Die Fahrt war schon ein kleines visuelles Abenteuer. Es ging in Burgos im Stockdunklen los. Eigentlich wollte ich lesen, aber niemand hatte Licht an, da habe ich es auch gelassen und etwas gepennt. Irgendwann bin ich aufgewacht und um dem Bus rum war so eine Nebelsuppe, dass man kaum fünf Meter weit gucken konnte. Ich frage mich, wie der Busfahrer was sehen konnte. In León war der Nebel dann weg. Rodrigo hatte mir auch schon gesagt, dass es nach León plötzlich grün würde. Er hatte Recht damit. Der Weg zwischen León und Oviedo hat mich sehr an Norwegen erinnert. Wunderschön! Aber weil fotografieren aus Busfenstern und dann noch gegen das Licht nicht so doll ist, habe ich es gelassen und nur die Bilder in meinem Kopf.
Ich war um zehn vor elf oder so in Gijón und musste eine halbe Stunde auf die Vallisoletanas warten, die einen anderen Bus als ich genommen hatten. Die Zeit habe ich damit verbracht, nach einem Stadtplan zu suchen, aber ich habe keinen bekommen. Wir haben also den Plan, der an einer Bushaltestelle hing, fotografiert und haben dann ein zweites Frühstück in einem kleinen Park eingenommen. Danach sind wir zu dem Hostal gegangen. Das war eine Wohnung in einem Haus, in dem Zimmer vermietet werden. Auch interessant. In dem Zimmer hatten wir ein Doppel- und ein Einzelbett. Aber hinter dem Vorhang stand noch ein Klappbett, wenn Lisa und ich uns im Doppelbett also nicht vertragen hätten, hätte eine noch ins Klappbett umziehen können.
Die Frau in dem Hostal hat uns einen Stadtplan zum Anfassen und Auseinander klappen gegeben und nach einer kurzen Einrichtungspause sind wir zum Hafen gelaufen. Kleine Boote im Wasser, Möwen, Meer... Ich fand es toll. Die Häuser um den Hafen waren teilweise auch sehr farbenfroh angestrichen. Wenn die großen Hochhaus-Bausünden da nicht gewesen wären, hätte ich vielleicht eine neue Lieblingsstadt gehabt. Wir sind vom Hafen in Richtung des Strandes San Lorenzo gegangen.
Gijón hat eine Ausbuchtung ins Meer rein (ich weiß nicht, ob das als Halbinsel zählt), sie sieht auf der Karte ein bisschen aus wie eine Faust. An dieser Faust sind Klippen und oben auf dem Hügel steht ein Gebilde aus Beton (soll Kunst sein). Wenn man sich rein stellt, hört man das Meer rauschen. Das ist sehr beeindruckend (deswegen will ich dem Gebilde auch mal gönnen, Kunst zu sein, Audio-Kunst dann eben).

Von dem Kunstwerk aus sind wir weiter zum Strand gegangen (Christina ist nur knapp einer Möwe entkommen ;-)). An einer Kirche in der Nähe des Strands haben wir dann kleines Picknick eingelegt, um dann gestärkt an den Strand zu gehen. Es war Ebbe, aber ich denke auch bei Flut hätte man halb bis England laufen müssen, um schwimmen zu können. Das Wasser war aber ohnehin zu kalt zum schwimmen. Wir waren also nur mit den Füßen drin. Ich konnte es natürlich nicht lassen, habe ich in die Brandung gestellt und meine Hose, die ich bis zu den Knien hochgekrempelt hatte, nass gemacht.

Wir haben eineinhalb Stunden am Strand verbracht, haben Muscheln gesammelt, Lisa nass gespritzt (okay, das war ich), Möwen gejagt (Christina und ich), Fotos gemacht, Botschaften im Sand hinterlassen... Dann passierte das, was wir die ganze Zeit angesichts der dunklen Wolkenberge gefürchtet hatten: Es gab einen Regenguss. Aber wir waren schon am Ende des Strands angekommen und haben uns schnell unter gestellt. Nach einiger Zeit hörte der Regen auch auf und wir sind weiter an der Küste lang gegangen.
Der Meer hatte sich total geändert. Vorher waren es verhältnismäßig kleine Wellen gewesen, aber nach dem Regen war das Meer aufgewühlt. Es war auch wieder Flut und die Wellen krachten gegen die Felsen und gegen die Wand, der Strandpromenade. Das Wasser ist regelmäßig über den Zaun der Promenade gespritzt.

Da wir von oben aber trocken blieben, sind wir der Küstenlinie gefolgt. Wir haben noch zwei weitere Kunstwerke gesehen. "La madre de los emigrantes", eine Frauenstatue aus Bronze, die einem echt Angst machen kann. Sie hat ein Lumpenkleid an, ist abgemagert, hat leere Augen und streckt die Hand zum Meer aus. Sie erinnert mich an Zeichnungen der irischen Hungersnot. Aber sie könnte auch aus einem Gruselfilm entsprungen sein. Das andere nannte sich "Cantu los Díes Fuxíos" und bestand aus Marmorblöcken, auf denen Marmorschüsseln standen. Es sah aus, als ob jemand vergessen hätte, den Tisch abzuräumen...
Nachdem wir das Ende der Karte erreicht hatten, sind wir zurück zum Hostal gegangen. Wir wollten ja kein unerforschtes Gebiet betreten. :-P Wir haben uns ausgeruht und sind dann losgegangen, um etwas Essbares zu suchen. Wir haben uns nach langen Hin und Her entschieden und von daher waren es schon eine fast spanische Zeit, als wir gegessen haben. In der Sidrería waren wir eine Attraktion. Die Kellner kamen nämlich recht schnell darauf, dass wir Ausländerinnen waren. Wahrscheinlich, weil wir so ausführlich die Karte gelesen und diskutiert haben, was sich hinter den Namen verstecken könnte. Verdammte Sprachbarriere! Aber wie gesagt, die Kellner hatten ihre Spaß, wir haben ständig mitgekriegt, wie sie sich über uns unterhalten haben, sie wollten einen ihrer Kollegen dazu bringen, mit uns Englisch zu reden, aber wir haben eisern Spanisch gesprochen, und ständig kamen sie an unserem Tisch vorbei.
Wir hatten keine Lust auf kulinarische Experimente und haben Croquetas de Jamón, Calameres fritos und Patatas tres salsas (Kroketten mit Schinken, frittierte Tintenfischringe und so ein Zwischending zwischen Bratkartoffeln und Pommes mit drei Soßen) bestellt. Sachen, die wir kannten. Christina und Lisa hatten dazu Sidra (alkoholisches Getränk, das aus Äpfeln gemacht wird - typisch für Asturien), ich Wasser, aber ich habe auch ein bisschen was vom Sidra getrunken. Weil das aus einer ziemlichen Höhe eingeschüttet werden soll, bekamen wir eine Maschine, in die die Sidra-Flasche gesteckt wird, dann stellt man sein Glas drunter, drückt auf einen Knopf und das Glas wird gefüllt. Sehr lustig. Das Essen war sehr reichlich (ich hatte erst gedacht, dass wir eventuell was nachbestellen müssen werden würden), aber lecker.
Wir sind noch mal im Dunkeln an den Strand gegangen. Inzwischen war wieder Ebbe und wir könnten über den Sand gehen. Irgendwann kam Christina auf die Idee, wir könnten ein paar Sprungbilder machen. Wir haben es auch gemacht, es war lustig aber nicht die beste Beschäftigung nach dem Essen. Aber die Erinnerung, wie wir auf den Selbstauslöser warteten und dann doch nicht rechtzeitig hochgesprungen sind, wird lange bleiben.
Sonntag sind wir erst noch etwas in Gijón rum gelaufen. Nach dem Frühstück waren wir auf der Plaza Mayor, die wirklich sehr klein ist. Allerdings war da ein Markt, wo Lisa und ich uns eine ganz tolle Waffel und Christina sich einen riesigen Donut gekauft haben. Unser Frühstück war nämlich etwas mickrig gewesen, auch wenn die Cafeteria sehr süß eingerichtet war (so mit alten Werbekarten und farblich auch ganz schön). Danach waren wir noch in den Touristenläden.
Gegen Mittag sind wir nach Oviedo gefahren. Die Fahrt mit dem Bus dauerte eine halbe Stunde. Auf halber Strecke liegt ein IKEA, aber Lisa und ich warten einfach auf Weihnachten. ;-) In Oviedo fiel uns am Busbahnhof erstmal ein Blumenautomat auf. Sowas habe ich noch nie gesehen! Allerdings sind die Blumen nicht sehr schön. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie besonders frisch waren.
Neben dem Blumenautomat hat uns der Regen in Oviedo erwartet. Fast den ganzen Nachmittag kam es mehr oder weniger nass von oben. Wir sind anhand des Stadtplans, den wir in der Touri-Information von Gijón gekriegt haben, durch die Stadt geirrt, fanden, dass der Plan völliger Müll war und nicht die Realität abgebildet hat, haben ein paar Statuen nachgestellt (unsere Lieblingsbeschäftigung dieses Wochenende) und habe einen strammen Max in einer Sidrería gegessen. Irgendwie fand ich es lustig, im Regen rum zu laufen, "Sommer ist, was in deinem Kopf passiert" natürlich auch im Oktober, aber auf die Dauer schlug mir das auch auf die Laune, wir sind zurück nach Gijón gefahren und haben die Zeit bis zur Abfahrt des Busses nach Valla in den (Chino-)Läden um den Busbahnhof in Gijón verbracht. Ich habe in einem Buchladen "El Palacio de la Medianoche" gekauft. Es ist zwar die gebundene Ausgabe und passt dann nicht zu dem ersten Band, weil das ein Taschenbuch ist, aber gut, das werde ich überleben. Ich brauchte aber neues Lesefutter. Es war mir klar, dass das Buch, das ich dabei hatte "Der verborgene Garten" (eine total spannende Familiengeschichte von Kate Morton - absolut empfehlenswert), bald ausgelesen sein würde.
Ich habe Lisa und Christina verabschiedet, habe eine Stunde auf meinen Bus gewartet und bin dann auch zurück gefahren. Die Rückfahrt war ätzend. Ich glaube auch, dass sie länger war. :-D Mein Rücken tat mir irgendwann weh und ich war froh, als ich wieder in Burgos war. Aber es war ein ganz tolles Wochenende!
Das letzte Foto ist eins von Christinas Selbstporträts ;-)

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Herbst I

So langsam kommt der Herbst in Burgos an. Bei den Temperaturen merkt man das nicht so (die arktischen 5°C morgen um halb 9 Ende September waren glücklicher Weise nur ein Phänomen von kurzer Dauer), aber auch sie sind so, dass man schon merkt, dass nicht mehr August ist...
Vor ein paar Tagen habe ich mit meinen Eltern geskyped und sie habe mir gesagt, dass zuhause schon alle Blätter am Weinlaub verfärbt sind. Farbige Blätter sind hier noch nicht ganz so vertreten. Das Gras ist zwar gelb (allerdings kommt das von dem heißen Sommer), aber die meisten Bäume sind noch grün und einige Blätter liegen braun auf dem Boden. Ich habe bisher nur wenige verfärbte Bäume gesehen, aber im Vergleich mit vor 14 Tagen sind es doch schon mehr geworden.
Ein Sache gibt es hier aber schon seit sicher drei Wochen in rauen Mengen: Kastanien. Wenn ich zu Fuß zur Uni gehe, finde ich auf dem Weg fast so viele Kastanien wie Steinchen. Ich habe mir auch schon einige mitgenommen und auf meine Kommode gelegt. Die spanischen Kinder sammeln die Kastanien übrigens genauso euphorisch wie die deutschen. Aber ich habe auch schon meinere alte Leute gesehen, die eine ganze Tüte dabei hatten. Lustiger Weise bin ich in der letzten Woche schon zweimal darauf angesprochen worden, dass wir Deutschen die Kastanien ja essen würden und wurde beim zweiten Mal auch daraufhin gewiesen, dass man diese nicht essen kann. Ich wusste gar nicht, dass Deutschland neben dem Oktoberfest, Bier und Würstchen auch für die Esskastanien bekannt ist... :-D (Mir fällt auf, mich hat auch noch keiner nach Tokio Hotel gefragt *Uff*) Ich selber habe erst einmal Kastanien gegessen.

Gestern war ich mit Cristina (Spanierin) und Laura (Engländerin) aus dem Kurs "El Amor en la Literatura" unterwegs in Fuentes Blancas. Wir haben uns zwei Klöster angeguckt. In dem einen San Pedro de Cardeña hat der Cid damals vor seiner Verbannung seine Frau und Töchter in Sicherheit gebracht. Dort hat uns gestern ein alter Mönch rumgeführt, nachdem er Laura und mich in unseren Landessprachen begrüßt hat. Er war aber auch etwas verrückt hatten wir das Gefühl. Oder zumindest sehr begeistert. Er wollte uns immer mehr vom Kloster zeigen: Die Besucherräume, den Meditationsraum, die Kapelle, den Speisesaal... Und er hat uns jedes Mal gefragt, ob es uns gefallen würde. Irgendwann meinte er, es gäbe ja auch Nonnenkloster, wenn es uns gefallen würde. Vielleicht haben wir doch zu viel gelächelt. :-D
Das andere war das Kartäuserkloster La Cartuja de Miraflores, das von Isabel la Católica und ihrem Vater gebaut wurde. Momentan wird es aber renoviert und wir konnten kaum etwas ansehen. In der Kirche sind Isabels Eltern begraben worden. Und Cristina hat noch eine Legende erzählt, dass als Isabel das Kloster besuchen wollte, sie eigentlich nicht durfte, weil sie ja eine Frau war. Aber weil sie die Königin war, haben sie sie dann doch gelassen. Damit aber alles seine Ordnung hatte, musste ein Mönch hinter ihr her laufen und alle Steine, die sie betreten hat, kennzeichnen, damit die hinterher ausgewechselt wurden...
Nach der Besichtigung haben wir uns auf die Suche nach Brombeeren (Moras) gemacht. Cristina hat uns erzählt, wie sie mit ihren Cousins und Cousinen früher durch Fuentes Blancas gelaufen ist und Brombeeren gepflückt hat, und hat mit uns auch die Sträucher abgesucht. Viel Brauchbares war aber nicht mehr dabei. Es ist ja immerhin Oktober. Allerdings meinte Cristina, dass sie hier immer so im September reif sind. Da sind die in Deutschland aber früher dran, oder?
Zum Schluss hat uns Cristina noch den Strand von Burgos gezeigt. Dieser "Strand" ist aber eher eine bessere Sandkiste am Ufer des Flusses... In der Nähe des Strandes hatte Cristinas Familie auch ein Restaurant, bis Cristina drei Jahre alt war. Dann haben sie es verkauft. Aber Cristina meinte, ihre Oma würde immer noch Morcilla selber machen. Eine durch und durch burgalesische Familie also. ;-)

Montag, 4. Oktober 2010

Fin de Semana Cidiano

Endlich passiert auch mal was in Burgos! Bei dem, was ich von Fiestas aus Valladolid, Murcia und Santiago gehört habe, habe ich mich schon gefragt, ob es letztendlich doch ein Fehler war, den Erasmus-Platz zu tauschen. Burgos ist zwar schön, aber wirkte auf mich bisher eher verschlafen (wenn man Alternativen zu Erasmus-Partys und allgemeinen Besäufnissen sucht), weil die Fiestas hier im Juni sind. Dieses Wochenende war aber ein Event, das gänzlich dem Cid und seiner Zeit gewidmet war. Das heißt Mittelaltermarkt, Ritter-Turnier, Paraden und Theaterstücke. Und ich hätte das fast nicht mitbekommen, wenn ich am Freitag nicht gesehen hätte, dass auf dem Paseo de Espolón Fahnen aufgehängt wurden und Dokia uns nicht gesagt hätte, wofür die Fahnen sind!
Samstag Vormittag ging es um 12 mit einer Parade los. Ich hatte beschlossen, sie am Endpunkt (dem Arco de Santa María) in Empfang zu nehmen, weil da auch der Mittelaltermarkt und das ganze Wochenende eröffnet werden sollte. Kurz vor eins kam die Parade an: kleine Mädchen, die als Prinzessinnen verkleidet waren, Hofdamen, Ritter und Pagen. Ein Mann hat einen Blinden gespielt und ist gegen einen Tisch gelaufen, weil der junge Mann, der ihre führen sollte, ihn im Stich gelassen hatte. Der Blindenführer hat dann gleich einen drüber bekommen. ;-) Es waren zwei Musikgruppen dabei, Fußsoldaten und zum Schluss Ritter auf Pferden.

Oben auf dem Balkon des Arco de Santa María standen zwei Ritter, zwei Fanfaren-Bläser und ein Mann, der nach den Fanfaren eine kurze Biographie vom Cid gab, seine internationale Bedeutung unterstrich und schließlich das zweite Cid-Wochenende für eröffnet erklärte.


Danach führte eine Gruppe einen kleinen Tanz auf, aber die meisten Leute strömten auf den Mittelaltermarkt. Es gibt sicher größere und welche, bei denen die Leute besser verkleidet sind, aber für mich war der Markt hier schon eine Explosion der Eindrücke. Je nach dem, an welchem Stand man vorbei ging, roch es nach Seife, Wurst, Schafskäse, Brot, Räucherstäbchen oder Gewürzen. Das, was zum Verkauf angeboten wird, ist fast genauso vielfältig wie die Zeit, in der es erfunden wurde. Neben dem obligatorischen (Silber-)Schmuck, Lebensmitteln. Ton- und Holzwaren für den Haushalt und Waffen wurden nämlich auch Diabolos, Schleichtiere und -ritter, Plastikhexen, modernes und "altes" Holzspielzeug, fleischfressende Pflanzen und CDs (allerdings mit mittelalterlicher Musik) verkauft. Der schönste Anachronismus war ein Schild mit der Aufschrift, dass Kreditkarten akzeptiert würden.

Es gab auch eine Wahrsagerin, María Carmen, die ihre Tarotkarten für läppische 20€ für das ganze Jahr und für 5€ zu einem bestimmten Thema legte (Nein, ich habe keine 15€ für die Fragen, die mich gerade am meisten bewegen, bezahlt ;-)), einen Mann, der die Namen der Leute auf Arabisch schreibt (der in Granada hat das aber schöner gemacht!), Straßenmusikanten, ein Holzkarussell, das ein Mann mit den Füßen (wie ein Fahrrad) bewegte, und Eselreiten für die Kinder. Die Kostümierungen der Marktleute war unterschiedlich gut und reichte von überzeugend (wenn auch die Frisur stimmig schien) über Hippie bis zu eher Sträflingskluft.
Die negativsten Beispiele waren für mich einmal ein Mann in einem gestreiften Gewand, dass so aussah, als wäre es morgen noch aus einem Bettbezug genäht worden, und ein Mann mit einem hellen Hemd und einer giftgrünen Leggins... Also, ich muss doch sehr bitten, sogar Robin Hood trug eher gedeckte Farben!
Am authentischsten sehen die älteren Menschen in ihren Kostümen aus. Denn ein grauer Bart oder erste Falten im Gesicht spiegeln den harten Alltag im Mittelalter gut wider. Man konnte aber auch - wie eine Frau, die nicht zu den Marktleute gehörte, perfekt demonstriert hat - sein peinliches Jäckchen mit silbrigen Pailletten rauskramen und so tun, als sei es ein Kettenhemd. :-P Ich habe auch einen Priester in schwarzer Sutane gesehen, aber ich habe ihn nicht gefragt, ob er immer so rum läuft oder ob es nur ein Kostüm ist. Im ersten Fall hätte er es mir vielleicht übel genommen, wenn ich es für ein Kostüm gehalten hätte. Ich glaube aber, dass auch er verkleidet war.

Um 18 Uhr wurde am Ufer des Arlanzón ein Ritter-Turnier veranstaltet. Leider war ich etwas spät da und war zuerst zwar fast über dem Turnierplatz, aber konnte nichts sehen, weil die Leute vor mir, die Mauer mit dem Geländer blockierten. Ich bin dann nach der Hälfte oder so weiter gegangen und habe einen Platz gefunden, der zwar weiter weg war, aber von wo aus ich besser sehen konnte. Es sind zwei Mannschaften gegeneinander angetreten. Sie mussten im Galopp Ringe von einem Band abreißen, Salatköpfe mit dem Schwert erledigen, Speere werfen und natürlich tjosten. In einem Team hat auch eine junge Frau mitgekämpft. Klar, dass ich schon aufgrund der weiblichen Unterstützung für deren Mannschaft war. ;-) Aber das wäre den Ritter früher sicher nicht in die Tüte gekommen! Nachdem das rote Team gewonne hatte, sind die Ritter eine Ehrenrunde geritten und haben dann die Pferde direkt in den Fluss gelenkt. Das war auf jeden Fall ein klasse Effekt und so konnte ich sie auch mal von etwas näher sehen. Ich bin oberhalb des Flusses lang gelaufen und habe die Ritter nochmal getroffen, als sie vom Fluss hochkamen.



Für 22 Uhr war ein Fackelzug angesetzt. Die Zeit bis dahin habe ich auf dem Mittelaltermarkt verbracht. Ich habe da was zu Abend gegessen und mir einen Kranz aus getrockneten (und teilweise auch Plastik-) Blumen gekauft. Ja, ich habe mich an dem Abend etwas als Fee gefühlt... Lasst mich doch.


Der Fackellauf war dann auch gut. Anders als ich gedacht hatte. Sehr ruhig, fast feierlich. Ich nehme an, dass er in Gedanken an die Verbannung des Cid abgehalten wurden. Es wirkte so als würde ein ganzer Hofstaat sich nachts auf den Weg machen.



Ein bisschen hat mich der Fackelzug auch an den Herrn der Ringe bzw. den Hobbit erinnert. Ich sehe schon, dass einige von euch die Augen verdrehen, aber mal im Ernst: Wer würde bei dieser moosgrünen Kapuze nicht Tolkiens wunderbare Welt denken?


Am Sonntag war in der Kathedrale eine Messe, für den Cid. Es war so voll, dass längst nicht alle Leute in den Coro gepasst haben (Es muss ein sehr intelligenter Mensch gewesen sein, der diesen Kasten in den spanischen Kathedralen erfunden hat...). Dafür würde das, was am Altar passierte, auf kleine Fernseher an den Säulen übertragen. Der Gottesdienst war nicht schlecht, wir durften zwar nicht singen (ich kenne ja auch keine spanischen Lieder), dafür hat ein Chor gesungen, der nur bei "Hail holy Queen" ("Sister Act") etwas schwächelte - sowohl Gesangestechnisch als die Englischkenntnisse betreffend. Mir ist während der Messe klar geworden, dass ich bis Weihnachten noch auf jeden Fall das spanische Vater unser und das spanische Glaubensbekenntnis auswendig lernen muss. Vor allem beim Glaubensbekenntnis scheinen die hier mehr Inhalt zu haben. Ich war mit dem deutschen schon beim Heiligen Geist, als die gerade bei Jesus angekommen waren... Am Ende der Messe wurde ein Blumenstrauß auf das Grab vom Cid gelegt und drei "Ritter" haben da noch Wache gestanden.


Als ich aus der Kathedrale kam, hat der Wind mich fast umgeweht. Und als ich über den Markt gegangen bin, fing es an zu regnen. Ich bin erstmal zurück in die WG gegangen und bin nachmittags noch mal in die Stadt gegangen. Der Regen war vorbei, aber die Stimmung war irgendwie nicht mehr da. Es hatten zwar nur wenige Stände auf dem Mittelaltermarkt zu gemacht, aber die wenigsten hatten sich auf mittelalterliche Art gegen die Kälte geschützt. Die meisten hatten Fleecejacken über ihren Kostümen an (manche auch drunter) und einige hatten ihre Kostüme ganz eingetauscht. Hinter einen Stand saß ein unmotivierter Teenager, der ein tragbares Radio dabei hatte. Das hätte es Samstag sicher auch nicht gegeben. Einige Händler haben sich aber schon viel Mühe gegeben, weiterhin das Mittelalter-Stimmung zu verbreiten, auch wenn das eine Troubadour-Paar sich unter ein Dach stellen musste, damit die Instrumente nicht nass wurden. Ich habe auch viel zu viel Geld auf dem Markt gelassen und mir ein paar Ohrringe, eine Kette und ein Armband gekauft. Na ja, man gönnt sich ja sonst nichts.
Trotzdem war es etwas deprimierend auf dem Markt. Die Stimmung war eine völlig andere. Alles war ruhiger. Das einzig Gute war, dass nicht mehr so viel Menschen auf den Markt waren. Aber die eine Veranstaltung, die noch hätte stattfinden sollte, fand anscheinend nicht statt. Ich bin dann auch früher gegangen, weil ich bezweifelte, dass es um halb zehn noch zu einen "espactáculo de fuego" kommen würde. Bei dem konstanten Nieselregen durchsetzt von einen starken Regengüssen hätten die sicher kein Feuer angekriegt. Und bei mir war auch die Luft raus. Das Wetter hat schon ziemlich die Stimmung gesenkt. Das fand ich sehr schade, aber immerhin hatten wir am Samstag gutes Wetter.

Freitag, 1. Oktober 2010

Acto de Bienvenida Internacional

Heute Mittag um eins wurden die internationalen Studenten von der Stellvertretenen Rektorin der Uni Burgos begrüßt. Das Ganze fand in der Aula Magna der juristischen Fakultät statt (mal ein bisschen Eindruck schinden...). Zuerst wurde aber ein Gruppenfoto gemacht. Dafür wurden wir von einer sehr motivierten Frau in rosa (die Konrektorin) zuerst vor die Stufen, dann doch in eine andere Ecke des Patio gelotst. Drei Fotografen mit riesen Kamera... man kam sich gleichzeitig wichtig und lächerlich vor. Trotzdem hoffe ich, dass wir das Foto irgendwoher bekommen können. Danach ging es in die Aula Magna. Ein sehr formeller Raum.
Was man auf dem Bild nicht sieht: Die Stühle sind alle rot bezogen und an den Seiten sind weitere Sitze angebracht. Und es gibt Parkett- und Logenplätze.
Die Frau in rosa hat mit einer Rede angefangen, dass sie sich so freuen würde, dass wir da sind und danke, dass wir uns für Burgos entschieden haben (das hat sie mehrmals betont). Sie und ihre Kollegen wären immer für uns da (ja, natürlich, deswegen musste ich auch dreimal zum Büro meiner Coordinadora latschen, bis sie in ihrer Sprachstunde mal da war) und sie hoffe, wir würden unsere Zeit hier genießen. Wie es in Burgos wahrscheinlich nicht anders geht, wurden wir internationalen Studenten mit den Pilgern des Jakobweges verglichen (zum Cid fiel ihr wahrscheinlich keine Analogie ein :-P), weil wir - wie die Pilger - sowohl die Einsamkeit und die damit verbundene Reflexion als auch die Pluralität (andere Länder, andere Sitten, andere Leute) kennen lernen würden. Außerdem wurde uns das Kulturprogramm der UBU für alle Stunden und die kulturellen Aktivitäten extra nur für uns vorgestellt (wobei ich mich immer noch fragen, wieso sie die Bibliotheksführung ausgerechnet unter das Kulturprogramm untergeordnet haben - also, ich werde die Führung wohl mitmachen, aber eigentlich hätten sie das schon bei der Reunion Erasmus machen können).
Nach den ganzen Reden gab es dann draußen was zu trinken und zu essen (meine Nachbarin hatte schon gemeckert: "Ich dachte, es gäbe was zu essen, warum sitzen wir jetzt hier?") im Patio der juristischen Fakultät. Erst dachte ich, die wollten und verarschen. Da standen ne Menge Gläser und ein paar Wasserflaschen auf einen Tisch mit einer Papiertischdecke. Sonst nichts. Dementsprechend wenig überzeugt blieben wir alle im Hof stehen und wurden dann von einer der Mitarbeiterinnen der Uni zu den Tischen gedrängt und auf ein mal gab es sogar mehr als nur Wasser. Zuerst brachten irgendwelche Leute Cola und Fanta raus. Mit dem Essen dauerte es einen Moment länger, weil es wohl ein Missverständnis in der Küche gegeben hatte. Deswegen gab es wohl auch zuerst nur Toastbrot mit Schinken und Käse und kleine belegte Croissants. Die Frau in rosa drängte uns alles was zu essen auf. Allerdings - und das fand ich wirklich nett - hat sie sich auch bemüht, jeden einzeln zu begrüßen, zu fragen, wo er oder sie herkommt und ein bisschen Smalltalk zu machen.
Es wurde immer mehr Essen raus gebracht. Natürlich Tortilla, aber auch Schinken, Calamares und Morcilla (so eine Art Blutwurst mit Reis, für Burgos typisch). Wir haben alle mehr oder weniger begeistert zu gegriffen. An die Morcilla habe ich mich erst nicht so ganz rangetraut, weil die doch etwas unlecker aussah. Aber es schmeckte besser als das Aussehen vermuten ließ. Aber wie alles andere war auch die Morcilla etwas fettig.

Irgendwann ist uns ein Typ um 50 oder 60 aufgefallen, von dem wir nicht genau wussten, wieso er eigentlich da war. Er war eindeutig kein Student, aber sah auch nicht so wirklich nach einem Dozenten aus. Jedenfalls hat die ganze Zeit am Bufet gefuttert, wir haben ihn nie nicht-kauend gesehen und redete auch mit vollem Mund mit den anderen Leuten. Sehr merkwürdig. Ich argwöhne ja, die Frau in rosa hat das Krümelmonster angerufen, weil sie Angst hatte, wie ausländischen Studenten würden nicht alles aufessen.

Nach einiger Zeit bin ich mit einer Deutschen (Alexandra) zurück in die Stadt gefahren, wir mussten an der gleiche Station raus, ich habe entschieden, sie noch etwas nach Hause zu begleiten und dann haben wir uns überlegt, wir könnten doch noch einen Kaffee bzw. Tee trinken. Das haben wir gemacht und irgendwie war es dann fast schon vier Uhr nachmittags und um fünf hatte das Mädchen sich mit einer Amerikanerin verabredet. Wir sind also noch eine Stunde rumgebummelt, haben dann das Mädchen getroffen, haben noch einen Tee (bzw. die anderen Bier) getrunken und waren dann shoppen. Ich habe zwar nichts gefunden, aber immerhin mal die Geschäfte ausgetestet.
Die Amerikanerin (Dokia - wie Nokia nur mit D) hat uns dann auch darauf aufmerksam gemacht, dass morgen und übermorgen ein Mittelalter-Event zu Ehren des Cid (warum auch sonst) in Burgos stattfindet. Alexandra und ich hatten schon vom Café aus gesehen, dass auf dem Paseo de Espolón Fahnen aufgehängt wurden. Auf dem Rückweg zu meiner WG habe ich dann ein Programm für das Wochenende bekommen. Ich werde auf jeden Fall da mal vorbei schauen und berichten.