Dienstag, 28. September 2010

Warum die Uni manchmal nicht ist...

Heute, zehn Minuten vor Ende der Stunde in "Variades Acutales del Español" kam eine Durchsage (Ja, die haben hier so eine Lautsprecheranlage an der Uni). "Es una emergencia. Por favor salgan del edificio" ("Das ist ein Notfall, bitte verlassen Sie das Gebäude"). Mein Dozent meinte, es wäre wahrscheinlich ein Scherz, aber wir sollten vielleicht trotzdem mal gehen. Wir Studentinnen sind alle eher von einem Probealarm ausgegangen. Auf dem Weg nach draußen, wurde die Durchsage noch mal wiederholt und einige spanischen Studenten schienen sich Sorgen zu machen, dass im PC-Raum was durchgebrannt sein könnte.
Wir haben uns alle vor der Uni versammelt - wenn es wirklich gebrannt hätte, hätten wir viel zu nah am Gebäude gestanden und hätten sowohl uns in Gefahr gebracht, als auch die Rettungswege blockiert. Aber was soll's... Es war nämlich nichts. Irgendwann stellt sich einer vorne einer hin und machte ein Foto von der Studentenschar. Danach gingen die ersten wieder rein. Wir haben schon scherzhaft gesagt, dass die uns wahrscheinlich nur alle rausgeholt haben, damit sie ein Gruppenfoto machen können. :-D Unser Unterricht wurde jedenfalls früher beendet. Das war der Ausgleich dafür, dass der Dozent gestern zehn Minuten überzogen hat und seine Kollegin schon vorgeschlagen hat, sie könne in den Raum nebenan gehen.

Morgen ist eben auch nur fragmentiert Uni. Allerdings nicht, weil die Dozenten, wie ich so flapsig gesagt habe, auf Krawall gebürstet sind, sondern weil ganz Spanien durch einen Generalstreik lahm gelegt werden soll. Das heißt, ich muss morgen zur Uni laufen. Morgens um Viertel nach acht. Juhu.
Ich habe vorhin meine Mitbewohnerin gefragt, warum die Spanier eigentlich streiken und sie meinte, das hätte mit den Reformen der Arbeitsgesetze zu tun. Zumindest offiziell. Problem sei dabei nur, dass die Reformen schon seit zehn Tagen in Kraft sind, die Regierung sie nicht zurücknehmen werde und die Leute schon länger von den Reformen wüssten und längst dagegen hätten protestieren können. Lara denkt, dass der inoffizielle Grund irgendwelche Kürzungen der Subventionen und/ oder anderer staatlichen Gelder seien. Wie auch immer. Ich bin mal gespannt, was morgen (nicht) geht. Schade, dass in Deutschland das Semester noch nicht angefangen hat. Es würde mich interessieren, was Herr M. bei den Actualidades in der LaWi-Vorlesung dazu sagen würde...

Montag, 27. September 2010

Wuhuuu

Kaum zu glauben, aber wahr: Ich habe endlich den organisatorischen Kram, den ich in Spanien erledigen musste, abgeschlossen!!! Heute war ich mit meinem Learning Agreement beim Constitutional Coordinator, der - im Gegensatz zu Essen - nicht das AAA ist, sondern irgendeine Frau in der Facultad de Humanidades y Educación ist. Wie hier so üblich, kam sie natürlich zu spät, aber eine der Essenerinnen wollte ihr Learning Agreement auch unterschrieben haben und so haben wir zusammen gewartet und uns über das eisige Wetter hier aufgeregt (ich dachte, mich tritt ein Pferd, als ich heute morgen um halb neun auf dem Weg zu Uni an einem Thermometer vorbei kam, auf dem stand, dass wir 5°C hätten...).
Danach bin ich zu den Relaciones Internacionales gegangen und habe meine Bescheinigung von der Bank gegen mein Passwort ausgetauscht. Da die anderen beiden Essenerinnen sich gerade matrikulierten und danach ihr Learning Agreement zum AAA faxen wollten, habe ich mich da gleich mit dran gehängt und damit ist das jetzt auch weg. Jetzt muss ich nur noch auf den Studentenausweis warten...

Und mir scheint, als könnte Mittwoch bei mir einiges an Uni ausfallen. Die Profs sind nämlich auf Krawall gebürstet und wollen streiken. Ich weiß allerdings nicht, wer noch alles streikt oder wofür. Ein Kurs wird auf jeden Fall ausfallen, ein anderer vielleicht (was auch immer das heißen soll, im Zweifelsfalle, dass ich umsonst zur Uni fahre). Mal sehen, ob der Dozent, bei dem ich die beiden Linguistik-Kurse habe, morgen auch noch was sagt. Wenn das auch ausfällt, hätte ich den Mittwoch frei.

Donnerstag, 23. September 2010

Fast so etwas wie Alltag

Eigentlich wollte ich ja gestern Abend was über die Uni schreiben, aber dann war ich doch zu frustriert. Der Kurs, der gestern Abend sein sollte, war nämlich nicht. Oder zumindest nicht in dem angegebenen Raum. Ich habe an der Information nachgefragt und da hieß es, ich soll auf dem Plan nachgucken. Als ob ich das nicht schon vorher gemacht hätte...
Ich musste also mal wieder nach dem Prof im Internet suchen und ihm eine Mail schreiben. Er hat mir heute Mittag geantwortet (er hatte den Kurs vorverschoben, weil der andere nicht war), aber leider habe ich die Antwort zu spät gelesen und war auch heute wieder nicht im Kurs. Dumm gelaufen.
Matrikuliert bin ich auch immer noch nicht. Ich war heute noch mal bei den Relaciones Internacionales und habe nachgefragt. Der Hiwi meinte, er wäre noch nicht dazu gekommen, weil das so viele Matrículas wären. Ihm ist aber anscheinend aufgefallen, dass ich zum wiederholten Mal da war und wollte wissen, ob es dringend ist. Ich habe ihm gesagt, dass die Dozenten so gerne UBU-Virtual benutzen und er meinte, er würde die Matrícula gleich machen. Aber seine Kollegin war nicht da und irgendwie macht die das wohl, was auch immer, jedenfalls soll ich morgen noch mal wieder kommen... Mal sehen, ob es dann was wird.
Abgesehen von dem Kurs, zu dem ich heute nicht gegangen bin, hatte ich jetzt alle Kurse schon mal. Lustiger Weise habe ich zweimal zwei Kurse bei den gleichen Dozenten. Die beiden Sprachwissenschaftkurse bei einem Mann aus Valladolid, der mich ein bisschen an den Englischdozenten (D.) erinnert, der total nett ist und so deutlich spricht, dass auch die Erasmus-Studenten ihn gut verstehen. Der eine Kurs nennt sich "Gramática del Español: Sintaxis". In dem Kurs sind alle vier Erasmusianerinnen aus Essen, plus eine Bochumerin, zwei oder drei Franzosen, ein paar Studentinnen aus verschiedenen Osteuropäischen Staaten, zwei Amerikanerinnen und natürlich die Spanier, die wenn man die Spanier den Ausländern gegenüberstellt, sicher in der Minderheit sind. Mit ca. 25 oder 30 Leuten ist das mein größter Kurs. Der Kurs ist ganz okay, aber etwas langweilig. Es geht momentan vor allem darum, Sätze in Stücke zu unterteilen. Nebenbei wurde aber auch geklärt, warum es nach der Real Academia "había muchas personas" und nicht "habían muchas personas" heißen muss, obwohl das zweite viel konsequenter wäre und viele Menschen es auch sagen. Wie immer kommt es im Zweifelsfalle aus dem Lateinischen (Anna hatte ihre Freude daran - sie macht ja bald ihre mündliche Latinumspüfung :-P). Von "habet hic" oder so und irgendwann haben die Leute "hay" draus gemacht und deswegen ist vom lateinischen her gesehen, dass "muchas personas" Objekt und nicht Subjekt. Ich glaube zumindest, dass das die Erklärung war. :-D
Der andere Sprachwissenschaftskurs nennt sich "Variedades Actuales del Español". Da sind wir ganze vier Studentinnen - drei Deutsche, eine Russin - ein mal war noch eine Französin dabei, aber ich weiß nicht, ob sie noch mal wieder kommt. Der Kurs ist ganz okay. Ich glaube, der Prof war sehr belustigt, als ich M. wieder gegeben habe von wegen, dass die Leute in Castilla sagen, alle Ausländer sollten zu ihnen kommen, weil die das beste Spanisch reden, und die Andalusier entgegnen, sie selbst würden vielleicht ein paar Buchstaben verschlucken, aber immerhin könnten sie die Pronomen richtig verwenden. In dem anderen Kurs hatten wir letzte Stunde auch eine sehr lebhafte Diskussion, ob es "le llamaron" oder "lo llamaron" heißt und dabei hat der Prof eine kleine Umfrage unter den Spaniern gemacht und festgestellt, dass gut die Hälfte "leístas" sind (also statt "lo" bei männlichen Personen auch immer "le" sagen).

In Literaturwissenschaft habe ich ein Seminar zu der Literatur im 17. Jahrhundert. Es geht aber nur um das Theater. Eigentlich wollte ich das erst nicht wählen, weil ich gefürchtet habe, ich würde nicht so viel verstehen. Bisher geht es aber ziemlich gut, was auch daran liegt, dass wir vor allem theoretische Texte lesen. Den Kurs habe ich auch mit den Essenerinnen und einigen anderen Erasmus-Studenten. Von diesem Kurs aus waren wir auch im Kino und haben "Lope" gesehen. Die Spanier in dem Kurs sind die gleichen wie in dem Sintax-Kurs was daran liegt, dass sie im gleichen Semester liegen und die Spanier viel weniger Auswahlmöglichkeiten als wir haben. Bei diesem Jahrgang, in dem wir auch teilweise sind, ist es noch wie in der Schule. Sie haben einen festen Stundenplan und einen festern Raum. Irgendwie schrecklich. Aber sie wirken auch noch recht jung. Heute haben sie sich auch ziemlich daneben genommen und viel gequatscht. Da ist die Dozentin dann auch mal etwas zickig geworden. Außerdem meinte sie heute zu uns Erasmus-Studenten, wir würden zu wenig schlafen, wir sähen immer so müde aus. Acht Stunden wäre das mindeste. Wir Ausländer wären es einfach nicht gewohnt, so wenig zu schlafen, bei den Spaniern ginge das eher. Und es wäre nicht in Ordnung, Donnerstag bis Sonntag Party zu machen und dafür Montag bis Mittwoch auszuruhen. :-D Ich glaube, sie kam sogar darauf, als sie uns Katharsis erklärte...
Der andere Kurs, den ich bei der Frau habe, heißt "El Amor en la Literatura". Den wollte ich erst nicht machen, weil er eigentlich das ganze Jahr gehen sollte. Jetzt hat sie ihn ins erste Semester gequetscht. Ich bin etwas später in den Kurs gekommen, deswegen habe ich das Mittelalter verpasst und bin gleich in die "Cancioneros" des 15. Jahrhundert eingestiegen. Gedichte. Eine Freude... Teilweise verstehe ich nichts. Das ist etwas frustrierend. Die Dozentin erklärt dann immer, was das heißt, oder lässt die Mitstudentin erklären (meistens sind wir nur zu zweit in den Stunden, obwohl eigentlich so um die 10 angemeldet sind). Einmal meinte sie schon vor einer Strophe eines Gedichts zu mir, dass ich da jetzt nichts verstehen würde, dass das aber auch nicht schlimm wäre. Wie ich das finden sollte, wusste ich dann aber auch nicht. :-D Meine Mitbewohnerin meinte aber auch, dass sie viele Gedichte aus dem 15. Jahrhundert nicht verstehen würde. Inzwischen haben wir auch die "Cancioneros" hinter uns gelassen und sind gerade bei der "novela sentimental". Da verstehe ich schon mehr. Ich habe im Kurs Programm auch gesehen, dass wir auch Teile aus Bécquers "Leyendas" lesen. ;-)
Insgesamt fällt mir auf, wie viel hier an literarischen Hintergrundwissen verlangt wird. Die Griechen, die Römer, die Italiener der Renaissance. Mir hat der Name Boccacio zwar was gesagt oder Vigil, aber ich kann nicht sagen, was sie tolles verfasst haben. Oder dass hier wirklich nach Lateinkenntnissen gefragt wird. "Rut, ¿qué significa 'Historia duobus amantibus'?" Schockmoment. "No sé" "¿No sabes latín?" Entsetzen im Gesicht der Dozentin. Dann habe ich es aber doch noch zusammengekriegt, dass es die Geschichte der zwei Verliebten (oder Liebenden) ist. Ich möchte mal eben am Rand erwähnen, dass wir die Zahlen nie lernen mussten! Außerdem habe ich die Dozentin mal sehr geschockt, als ich nicht auf ihre Frage antworten konnte, wo nach dem christlichen Glauben die Frau herkommt. Aber auch hierzu sei gesagt, dass ich ihre Frage einfach nicht verstanden hatte.

In der WG ist auch so ziemlich Alltag eingekehrt. Ich koche mit dem Gasherd und stelle den Gasboiler selber an, halte mich an den Putzplan (auch wenn plötzlich so Zettel mit Anleitungen aufgetaucht sind, wie was zu putzen ist, keine Ahnung, ob die für mich oder für die Neue, die am 28. hier einzieht, sein sollen), die Waschmaschine benutzt und habe letztens schon mal "Compras comunes" gemacht und Topfschwämme und Spüllappen besorgt (Nachdem ich mit Colega Pons und Lara den Einkaufszettel übersetzt hatte). Heute habe ich beim Mittagessen mit Lara "Física o Química", die spanische Antwort auf "Schloss Einstein" gesehen. Zumindest den Anfang einer Folge. Danach wollte sie etwas gucken, dass mich an eine Mischung aus Viva-Gequatsche, "Schlag den Raab" und "Switch" erinnert hat. Aber auch davon haben wir nur eine Viertelstunde gesehen, bis sie zu ihrer Telenovela umgeschaltet hat. Weitere zehn Minuten später war der Strom weg. So kann's gehen. :-D

Dienstag, 21. September 2010

Bürokratie II

Ich bin darauf aufmerksam gemacht worden, dass ich schon länger nichts mehr geschrieben hätte. Das liegt nicht daran, dass ich geheimnisvoll werden möchte, sondern einfach, dass nicht mehr so viel Erwähnenswertes passiert. Oder viel mehr, dass das, was ich jetzt mache, sehr viel langwieriger ist als die Anfänge hier waren. Heute schreibe ich noch mal was zu dem Unwort des Jahres (Bürokratie) und wenn ich morgen auch den letzten Kurs zum ersten Mal hatte, erzähle ich euch auch was über die Uni. Nur keine Sorgen. ;-)
Also, organisatorischer Kram... Letzen Donnerstag habe ich alle Dokumente, die ich für die Matrícula brauchte (so ein Zettel mit den Kursen, Perso, Passfoto) zu den Relaciones Internacionales gebracht. Den Zettel mit den Kursen hat mir der Hiwi da auch gleich abgenommen, und meinen Perso kopiert, dann hat er mir aber gesagt, ich solle diese Woche noch mal wieder kommen, um das Ganze abzuschließen. Eine Erasmus-Studentin aus Bochum hat mir später erzählt, dass man dann einen Zettel kriegt, auf dem die Kurse noch mal mit PC geschrieben stehen, und die Aufforderung erhält, einen Euro und ein paar Cent zu bezahlen - aber bitte nicht bar sondern überweisen. Mit der Bestätigung der Bank, dass man das Geld bezahlt hat, soll man dann zurück gehen und dann erst bekommt man seine Uni-Mailadresse und ein Passwort. Und ich hoffe auch mal einen vorläufigen Studentenausweis (bis man den richtigen kriegt, wird das etwas dauern, weil man den zentral in Madrid bestellt).
Heute bin ich wieder hingegangen, in der Hoffnung, dass sich schon was getan hat und ich meinen einen Euro überweisen darf. Außerdem wollte ich mein Learning Agreement unterschreiben lassen. Aber Pustekuchen. Die Matrícula sei noch nicht fertig (ich solle Donnerstag oder Freitag wieder kommen) und mit dem Learning Agreement hätten die Relaciones Internacionales gar nichts zu tun (Warum hat dann unser AAA unterschrieben?), das müsste die jeweilige Fakultät machen. Netter Weise hat der Hiwi mit den Namen der entsprechenden Person gegeben und sie hat morgen Sprechstunde. Wehe, die Frau sagt mir, sie gar nicht der Institutional Coordinator und ich solle zu den Relaciones Internacionales gehen! Aber wie ich den Laden hier bisher kennen gelernt habe, ist sie morgen eh nicht da.
Der ganze Stress mit der Matrícula nervt ziemlich. Ich kriege meine Uni-Mailadresse und das Passwort halt nicht, bevor ich nicht diesen Winzbetrag bezahlt habe. Ohne das Kennwort komme ich aber nicht ins UBU virtual (so eine Art Moodle) und zumindest eine meiner Dozentinnen arbeitet da sehr gerne mit. Das heißt, ich kann mir leider nicht das Material ansehen (geschweige den ausdrucken), das die Dozentin immer ins Netz stellt und von dem sie erwartet, dass wir es für die Stunden lesen. Glücklicher Weise hat sie immer Notfallkopien.
Aber darin sieht man auch, dass die Relaciones Internacionales und die Fakultäten nicht richtig kommunizieren. Bei der Reunión Erasmus wurde uns gesagt, wir sollten und Zeit lassen mit der Matrícula, damit wir hinter her nicht alle unsere Kurse ändern wollen. Wenn es nach unseren Dozenten geht, sollten wir uns eher gestern als heute matrikulieren...

Mittwoch, 15. September 2010

Blöde Bürokratie...

Was ich am Erasmus-Semester hasse, ist das ganze Ausfüllen von irgendwelchen Formularen. Das ging in Deutschland schon los. Annahmeerklärung, Anmeldung an die Uni, Learning Agreement... Und überall wollen die mindestens drei Unterschriften: Meine, die vom Departmental Coordinator und vom Institutional Coordinator. Und weil es so schön ist, gleich noch von beiden Unis. Die armen Bäume, die für diesen Wulst an Papier sterben mussten...
Heute war ich bei meiner Coordinadora in Burgos, um mit ihr über die Kurse zu sprechen, die ich belegen will. Das geht alles so weit klar und sie hat die erste Seite meines Learning Agreements unterschrieben. Die zweite Seite solle ich noch mal ordentlich ausfüllen, dann unterschreibe sie das auch (diese zwei Seiten bestehen zu mindestens 2/3 aus Unterschriften!). Für diese 10-15 Minuten habe ich drei Anläufe gebraucht, weil die Frau nie da ist. Sie wollte auch wissen, wie viele Credits ich insgesamt brauche. Da ist mir aufgefallen, dass ich das gar nicht so genau weiß, nur gerüchteweise was von 30 Credits, an anderer Stelle von 20 gehört habe. Dabei war ich bei allen Info-Veranstaltungen. Ist das mit den Credits also eine geheime Information? Oder habe ich einen Brief nicht bekommen? In dem Brief, in dem die Höhe des Mobilitätszuschusses steht, heißt es nur: "Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass wenn Sie keine Leistungen erbringen, wir den kompletten Zuschuss zurückfordern werden." Das kann ja alles und nichts heißen.
Ich habe der Frau vom AAA eine E-Mail geschrieben, aber sie ist im Urlaub. Warum sind immer alle Leute, von denen ich was will im Urlaub? Als meine Karte der Deutschen Bank nicht ankam, war die entsprechende Mitarbeiterin auch im Urlaub. Warum kriegen die Leute Urlaub? Warum können die nicht 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche Fragen beantworten? :-P Ich habe die Mail jetzt an ihre Kollegin weiter geleitet und hoffe, dass sie mir helfen kann.
Aber das ist doch wirklich ätzend mit der Bürokratie! Und ich wette, es ist durch Bologna nicht besser geworden (oder gab es davor auch schon Credits?). Ich bin gerade ein bisschen frustriert. Wir dürfen von deutsche Seite auch nämlich keine Kurse aus dem 1° und 2° curso machen. Das Problem ist nur, dass sie bei den Grados (Bachelor) noch nicht weiter sind, weil der gerade neu eingeführt wurde. Und bei der Licenciatura (sowas wie Diplom oder so) gibt es nur den Abschluss Licenciatura en Humanidades (also in Geisteswissenschaften), den man mit dem Schwerpunkt Sprachen belegen kann. Aber dann hat man da eben auch Kurse in Englisch, Französisch, Latein und Altgriechisch. Spanisch ist natürlich vertreten, aber aus irgendwelchen teuflischen Gründen, überschneiden die sich alle.
Das finde ich gerade sehr frustrierend hier. In Essen klappt das mit dem Stundenplan ja auch nicht immer so, wie man das gerne hätte, aber wenigstens weiß ich, dass ich, wenn ich die Kurse mache, hinterher auch eine Note bekommen, die was wert ist. Außerdem muss ich ,wenn ich mal einen Kurs weniger mache, dass nur mit mir, meinem Gewissen und meinen Eltern (wegen der Studiengebühren) klären und nicht fürchten, dass das Erasmus-Geld hinterher zurückgefordert wird. Und durch diese Unklarheiten zögert sich natürlich auch die Matrícula, das endgültige Anmelden an der Uni, raus. Ich kann das nur dienstags und donnerstags machen. Und wenn ich mich matrikuliert habe, dann stehen die Kurse eigentlich. Dann kann ich das nicht mehr ändern. Ich habe im Grunde noch bis zum 30. September Zeit, dass zu machen, aber andrerseits drängen uns die Dozenten immer schon, dass endlich zu machen, damit sie ihre Listen kriegen und wir eine Uni-Mailadresse, damit wir auch das spanische Moodle nutzen können. Außerdem zögert es sich dann so ewig hinaus, dass mein Studentenausweis kommt. Der muss nämlich erst zentral in Madrid erstellt werden (wenn ich da an Essen denke, wo sie ihn mir in 2 Minuten ausgedruckt haben...). Wie war das noch mit der Bürokratie? Ja, sie ist Mist!

Dienstag, 14. September 2010

Bueno, me largo und Kika Superbruja

Heute war keine Uni, weil der Prof, bei dem ich heute gehabt hätte, in irgendwelchen Prüfungen sitzen musste. Schön. Gegen Nachmittag habe ich dann Burgos mal shopping-technisch etwas unter die Lupe genommen.
Die Innenstadt ist mir teilweise etwas spießig vorgekommen. Entweder Geschäfte, die den reicheren Teil der ältere Generation beglücken dürften oder so Mädchen-Mädchen-Läden. Aber ich bin ja auch nicht zum Shoppen hier.
Zum Schluss war ich in zwei niedlichen vollgepacken Buchläden. In dem zweiten konnte man sich kaum umdrehen. Trotzdem standen sie da zu zwei Verkäuferinnen. Dann komme ich mir doch immer so beobachtet vor! Fast hätte ich mir den "Palacio de Medianoche" von Zafón gekauft, der zweite Teil der Príncipe de la Niebla-Trilogie, aber ich dachte, ich lese erst mal das Buch zu ende, was ich mir von Lisa geliehen habe. Mir ist aufgefallen, dass es in den Buchläden äußerst viele Übersetzungen von deutschen Autoren gab. Günther Grass zum Beispiel oder Thomas Mann. Theodor Fontane mit "Effi Briest". Effi war auch so aufgemacht, dass es modern wirkte. Mit einem netten Bild einer jungen Frau vorne drauf. Das Kleid wäre in ihrer Zeit wahrscheinlich etwas zu offenherzig gewesen (freie Schultern), aber auf jeden Fall macht das Cover mehr Lust, das Buch zu lesen, als das Klett-Cover.
Hinten im Laden bei den Kinderbüchern (wo auch der "Palacio de Medianoche" stand) habe ich "Kika Superbruja" gefunden - "Hexe Lilli". :-D Und noch ein deutsches Buch in spanischer Übersetzung habe ich gesehen. "Bueno, me largo". Ihr könnt euch denken, welches es ist. Es lag bei dem Büchern zum Jakobsweg.

Sonntag, 12. September 2010

Abenteuer Valladolid

Donnerstagnachmittag bin ich nach Valladolid gefahren. Das Ganze war schon lange geplant, denn schon lange bevor wir überhaupt nach Spanien geflogen sind, wussten wir, dass die Celtas Cortos, eine spanische Rockband mit irischem Einfluss, am 9.9. auf der Plaza Mayor spielen würden. Lisa hat die Band vor einiger Zeit entdeckt und irgendwie ist der Funke übergesprungen (auf mich nicht zuletzt wegen des irischen Einflusses... :-P). Also hatte ich mich schon lange auf den Abend gefreut, auch wenn ich dadurch nicht an der Erasmus-Welcome-Party in Burgos teilnehmen konnte...
Die Busfahrt nach Valla hat wegen einer Zwangspause von ca. 40 Minuten irgendwo en medio de la nada fast drei Stunden gedauert (die Rückfahrt auch - Merke: möglichst nicht mehr mit der Linie Zamorra-Barcelona nach Valla fahren), in Valla haben mich dann Charlotte und ihr Mentor vom Busbahnhof abgeholt. Wir sind zu Charlotte gegangen, von da zur Pizzeria und von da zu Emilia, wo ich dann Teile der vallisoletanischen Erasmusgruppe kennen gelernt habe. Allesamt sehr nett.
Um zehn haben wir uns auf den Weg zur Plaza Mayor gemacht ("Jetzt geht noch mal jeder aufs Klo und dann reiten wir los" ). Das Konzert war wirklich gut, nur leider hatte ich meine Hausaufgaben nicht gemacht und konnte die Texte noch nicht mitsingen. Allerdings kannte ich auch längst nicht alle Lieder. Bei denen, bei denen ich die Melodie kannte und gerne mitsingen wollte, habe ich einfach "lalala" gesungen oder meine Vokale den anderen Mitgrölern angepasst. :-D Bei einigen Liedern hatten die Celtas heimische Musikgruppen dabei (z.B. eine Percussion Group oder ein Blasorchester). Das hat mich erst etwas verwirrt, aber eigentlich ist das eine nette Idee. Schließlich gehörte dieses Konzert auch zu der Feria von Valladolid.
Nach 2 Stunden Konzert war ich aber auch froh, dass es vorbei war. Nicht wegen der Musik sondern weil ich mir vorher meinen Fuß umgeknickt hatte (zum zweiten Mal seit ich in Spanien bin -.-) und trotz der Bandage nicht mehr gut stehen konnte. Deswegen war ich auch erleichtert, dass Charlotte es nicht schlimm fand, dass wir nicht mit den andere noch durch die Bars gezogen sind. Lisa ist mit uns gegangen. Leichte Ermüdungserscheinungen nach einer Woche Fiesta würde ich sagen.
Freitag haben Charlotte, Alex (eine Erasmus-Freundin) und ich erst nach einer neuen Wohnung für Alex gesucht, aber keine gefunden. Danach hat Charlotte lecker für uns gekocht (mir kam die ehrenvolle Aufgabe zu, Nudeln zu kochen - und habe prompt das Salz vergessen, na ja, fiel nicht weiter auf...). Dabei ist mir noch mal aufgefallen, dass ich nicht die Einzige mit Angst vor dem Gasherd bin. Wir sollten die AAvGH ("Anonymen-Angst-vor-Gasherd-Haber") gründen.
Abends habe ich das Abendprogramm in Valla mitgemacht: Treffen bei Emilia, Tinto de verano trinken und dann durch die Bars. Hm, war ganz nett. :-D Ich muss es noch schaffen, beim Tanzen das Denken auszuschalten. Vielleicht wird es dann auch mal wirklich "Tanzen" und nicht nur "das Gewicht von dem einen auf den anderen Fuß verlagern und dabei die Knie minimal einknicken". Lustig war auf jeden Fall das Eiswürfel zu werfen. Was soll man sonst mit fünf Eiswürfeln in seinem Getränk? Und ich glaube, die anderen Leute hatten bei dem Spiel "Wer den Hut aufhat, muss in die Mitte gehen und tanzen" viel Spaß, als ich in die Mitte musste (mir war so klar, dass Tristina mir den Hut aufsetzen würde, sie hat schon so gegrinst ;-)), mich wie ein Kreisel gedreht habe. Ich hatte weniger Spaß daran, dass ich, nachdem ich mich aus der Mitte befreit hatte noch etwa eine Minute den Kopf still halten musste, weil der noch nicht mitgekriegt hatte, dass wir uns nicht mehr drehten.
Die letzte Bar hätte mir richtig gut gefallen. Ich fand die Innenausstattung schön. Da war eine Bücherregalattrappe an der Wand. Muss ich mehr sagen? Bücher machen mich nun mal glücklich. Auch wenn es nur eine Illusion ist. Leider war die Bar so voll, dass man sich kaum bewegen konnte. Das war schlecht. Es hätte mindestens die Hälfte weniger sein müssen. Dann hätte ich bleiben können. Aber ich bin mit Lisa und Tristina gegangen. Es war ja auch schon halb drei. Wir sind noch ein bisschen durch das nächtliche Valladolid geirrt (das passende Lied dazu: "Where the streets have no names" von U2 ;-)) bis die beiden mich heile bei Charlotte abgesetzt haben.
Samstagmorgen oder viel mehr Samstagmittag haben Lisa und ich Brunch im Campo Grande gemacht. Mit einem leckeren Schokocroissant, das die Frau am Busbahnhof in der Mikrowelle aufgewärmt hat. Total lecker, aber es hat geschmiert wie Sau. Im Campo Grande habe ich mich sehr über die Pfauen-Invasion gewundert. Wo waren die alle im April? Jetzt könnte ich auch fragen: ¿Os habéis reproducido? *entsetzt guck* ;-) Einige Pfauen hatte sich aber wirklich fortgepflanzt. Wir haben einige Küken mit Mutter gesehen. Süß! Vor allem, weil ihnen erst noch diese kleinen Federn auf dem Kopf wuchsen!
Nach dem Campo Grande bin ich zurück zu Charlotte gegangen und habe meine Sachen gepackt. Wir sind zusammen zu der Fressmeile der Fiesta gefahren und haben verschiedene Spezialitäten aus den verschiedenen Regionen Spaniens und Städten Kastiliens probiert. Zumindest wollten wir das, aber nach vier Sachen waren wir schon so satt, dass wir uns den Rest nur angeguckt haben. Auf dem Gelände war auch eine Kirmes, die wir uns angeguckt haben. Die Spanier scheinen auf Luftballons mit Pfeilen bewerfen zu stehen. ;-) Wir haben kurz überlegt, in die Wildwasserbahn zu gehen (es war genau das richtige Wetter dafür), aber für 3€ pro Fahrt schien uns die Bahn etwas zu mickrig. Wir sind zurück in die Innenstadt gefahren und ich habe im Campo Grande ein bisschen gelesen und darauf gewartet, dass es Zeit wurde, zum Busbahnhof zu gehen.
Irgendwann hörte ich Musik und bin mal gucken gegangen. Neben dem Campo Grande war eine Bühne aufgebaut, auf dem Folklore-Tänze aus Kastilien vorgeführt wurden. Ich habe ein bisschen zugeguckt. Ja, Musikantenstadl und Schützenfest sind mega peinlich, aber spanische Folklore ist spannend. ;-) Allerdings waren die Tänze alle etwas ähnlich. Ein paar Schritte auf der Stelle, nach vorne oder zurück, im Kreis drehen (wobei die Röcke der Mädchen und Frauen sich schön aufblähten) und mit dem Po wackeln. Dabei mit Kastagnetten klappern (ich dachte, die wären nur typische für Flamenco...). Die Musik dazu kam von irgendeinem etwas quäkenden Blasinstrument (es sah wie eine Oboe aus) und Trommeln. Mal ein bisschen Landeswissenschaftlich weitergebildet. ;-)
Fazit: Valladolid war schon cool, aber das Abendprogramm wäre mir für jeden Abend zu anstrengend (dabei bin ich ja immer schon früher gegangen), dafür hätte ich ein bisschen mehr von dem Tagesprogramm der Fiesta gemacht. Auch in Valla gab's ne Prozession habe ich im Programm gesehen. ;-) Einen Umzug haben Charlotte und ich ja sogar vom Bus aus gesehen. Da liefen drei oder vier Gigantes rum. So große Figuren, die von Leuten, die drunter stecken getragen werden. Außerdem ein paar Figuren in Normalgröße aber mit dicken Köpfen.

Donnerstag, 9. September 2010

Uni Burgos

Die erste Woche an der Uni liegt hinter mir. Freitag habe ich (noch?) nichts. Und sie war fast so wie in Deutschland nämlich vor allem eins: chaotisch.
Montag war die Versammlung für die Erasmus-Studenten. Ich habe es tatsächlich geschafft, den richtigen Bus zu nehmen und an der richtigen Haltestelle auszusteigen und bin dann irgendwelchen Leuten hinterher gelaufen, die aussahen, als könnten sie Ahnung haben. An der Bibliothek angekommen, wo die Versammlung eigentlich stattfinden sollte, wurde mir gesagt, dass die Erasmus-Studenten sich doch in einem anderen Gebäude (dem gegenüber) treffen. So was macht doch Spaß. ;-)
Bei der Info-Veranstaltung haben sie uns ein bisschen was zum legalen Aufenthalt in Spanien (was bin ich froh, dass es die EU gibt!) und zu den Kursen, die wir belegen können gesagt. Außerdem wurde uns mitgeteilt, dass die Kurse schon diese Woche anfangen. Wäre gut gewesen, das vorher zu wissen. Dann wäre ich auch früher gekommen und zu ersten Info-Veranstaltung gekommen, was ja ohnehin irgendwie klüger gewesen wäre. Na ja, der Akademische Kalender im Internet war eben lange noch der alte und selbst die, die in den neuen geguckt hatten, hatten sich vertan, weil als Semesterstart der 17.9. stand. Der Tag ist aber wohl eigentlich frei. Allerdings heißt es im calendario académico: " 17 de septiembre de 2010 Solemne inauguración del curso académico" Irgendwas scheint da also schon zu laufen.
Da ich Montag dann aber völlig unvorbereitet auf irgendwelche Kurse zur Uni gegangen bin, bin ich nach der Info-Veranstaltung zurück in die WG gefahren und habe mir Kurse rausgesucht (zum Glück hatten die uns bei der Info-Veranstaltung gezeigt, wie es geht).
Dienstagmorgen - meine Mitbewohnerinnen schliefen noch - bin ich um Viertel nach 8 aus dem Haus gegangen, um um 9 Uhr in der Uni zu sein. Ich wollte etwas früher los, falls ich den Raum nicht finde, habe aber hinterher gemerkt, dass die letzte Gelegenheit, wenn man um voll in der Uni sein will, ist, den Bus um 5 nach halb zu nehmen (es fahren 3 Busse zur Uni, aber 2 davon fahren nur alle 80, der andere alle 40 Minuten - Ich brauche ein Rad!) und ich dementsprechen spätestens um 20 nach aus dem Haus gehen sollte. Der Kurs war ganz okay. Gramática Española: Sintaxis. Der Prof ist ganz nett (er erinnert mich etwas an einen meiner Englischdozenten), spricht auch verständlich und bisher konnte ich den Kurs auch ganz gut nachvollziehen. Lustiger Weise sitzen alle 4 Essener Studentinnen in dem Kurs.
Nach einer Freistunde wollte ich zum Kurs Variedades del Español gehen, aber außer einer Russin, die mir erzählte, dass der Kurs schon am Tag davor nicht stattfand, war niemand da. Wir haben bei der Information nachgefragt, wo uns gesagt würde, alles Kurse würden diese Woche anfangen (was nicht mal stimmt) und wir sollten doch mal zum Büro des Profs gehen. Da war aber niemand. Ich bin also nach Hause gegangen, habe die Mail-Adresse des Profs rausgesucht (da hat etwas gedauert, weil ich bisher keine Übersicht der Dozenten gefunden habe), Mail geschrieben, ob der Kurs denn am Mittwoch stattfände. Ich habe sogar am Abend noch eine Mail zurück bekommen, in dem der Prof schrieb, der Kurs habe noch nicht angefangen, aber am Mittwochmorgen sei er da.
Am Mittwoch stellte sich dann ersten heraus, dass der Prof der gleiche ist, der auch den Syntax-Kurs macht, und zweitens, dass in diesem Kurs oft fast nur Erasmus-Studenten sind (weil der Kurs eigentlich ein Auslaufmodell ist), deswegen sich bisher keine für den Kurs matrikuliert haben und der Kurs am 20.9. anfängt. Ich bin dann mal gespannt, wie viele dann da sind...
Danach wollte ich mit meiner Coordinadora académica sprechen. Sie hatte mir geschrieben, sie wäre von 10 bis 12 Uhr da. War sie aber nicht. Um halb 12 musste ich in meinen Kurs. Anna hatte das gleiche Problem.
Mittwochabend ist der Literaturkurs, den ich belege in den Film "Lope" gegangen. Ich würde ihn als die spanischer Version von "Shakespeare in love" bezeichnen (wobei letzterer eindeutig besser ist). Es geht um Lope de Vega und zwei seine Liebschaften. Der Film endet mit Lopes Verbannung aus Castilla. Ich habe das Wesentliche auf jeden Fall verstanden. Nur eine Sache war mir nicht so ganz klar, die mussten aber alle Erasmus-Studentinnen bei einem der Spanier nachfragen. Nach dem Film war ich noch mit einer aus Essen und eine Brasilianerin aus Köln war trinken und danach noch bei der kölschen Brasilianerin Wraps essen. Lecker!
Heute ist der Kurs Español Lengua Extranjera ausgefallen und ich musste erst um halb 12 hin. Der Kurs, für den wir gestern den Film gesehen haben. Das Theater im Siglo de Oro. Auch hier sind alle Essenerinnen drin. Wir haben über den Film geredet und uns danach einen Dokumentarfilm zum barocken Theater angesehen. Dabei hat man gemerkt, dass die Spanier - oder zumindest diese Dozentin - die Technik auch nicht besser beherrschen als die deutschen Dozenten. :-P
Momentan habe ich nur 4 Kurse in meinem Stundenplan stehen. Es ist total schwierig, einen vernünfitgen Plan zu erstellen, weil die Kurse sich überschneiden und mehrmals die Woche sind. Die spanischen Studenten haben eh nicht so viele Kurse. Ich habe den Fehler begangen und Frau P. gefragt, ob ich mehr machen muss. Sie hat es zwar nicht so deutlich gesagt, aber ich glaube, sie ist der festen Überzeugen, dass ja. Manche Fragen sollte man seinen Dozenten nicht stellen. ;-) Na ja, ich gucke dann mal, ob ich nicht noch einen Masterkurs belegen kann. Aber die sind so spät abends...
Und zu der Gebäudefrage: Die Humanidades sind schon noch schöne als Essen - finde ich, aber sind natürlich nichts im Vergleich zu der Jura-Fakultät. Wieder mal alle Vorurteile bestätigt.

Jura

Humanidades

Montag, 6. September 2010

Burgos

Jetzt habe ich einen langen Beitrag mit Fotos über Salamanca und León geschrieben, aber noch nicht mal Fotos zu Burgos reingestellt. Weil ich die Fotos aber nicht so gut in den Eintrag mit den ersten Eindrücken integrieren kann, bekommen sie einen Extra-Eintrag.
Burgos hat (laut Wiki) etwa 175 000 Einwohner und liegt in Castilla y León am Río Arlanzón und natürlich auf dem Jakobsweg. Pilger sehe ich hier regelmäßig, mal mit großem Rucksack, mal mit eher leichtem Gepäck (da war die Muschel fast größer als der Rucksack und ich habe ich gefragt, wie die da ihr Zeug unterkriegen, ein bisschen was muss man ja schon mitnehmen). Mein Lieblingszitat einer etwas müden Pilgerin zu ihrer Gruppe war: "Why did we have to go up when we go down again?" Aber so viel rauf und runter geht es hier eigentlich gar nicht.
Am Fluss kann man sehr schön spazieren gehen, das habe ich heute vom den Rückweg von der Uni auch gemacht. Nicht auf dem Weg zu meiner Uni liegt aber der Paseo de Espolón, wo früher die Leute flaniert sind, im Zweifelsfalle, um gesehen zu werden. Da ist auch ein netter Pavillon, von dem es Postkarten im verschneiten Zustand gibt. Mal sehen, ob ich das diesen Winter auch live sehe.


Neben dem Jakobsweg steht die Stadt ganz im Namen des Cid (ihr erinnert euch - dieser Held, der die Mauren zurück gedrängt hat). Auf der Plaza del Cid gibt es eine Statue, die von hinten etwas aussieht wie ein schwarzer Reiter und von vorne eher eine Gandalf-Gestalt mit Schwert zeigt (na ja, ich tue Gandalf etwas Unrecht, er ist viel anmutiger).


Die Cid-Manie hat hier kein Ende, es gibt unendlich viele Straßen, die Cid im Namen halten, Cafés und Restaurants, in den Souvenirläden kann man kleine Cid-Figuren kaufen und auch Kukuxumusu macht vor dem Meister nicht Halt und verwandelt ihn in eine Kuh. Allerdings warte ich bei der ganzen Paul-Euphorie auch darauf, dass es bald eine Calle del Paul gibt. Vielleicht benennen sie die Avenida de Valencia del Cid (von der ihr eh argwöhne, dass sie einfach 2 Straßennamen oder 2 Straßennamenideen zu einer zusammen gepanscht haben) noch um in Avenida de Valencia del Cid y Paul...
Die Burgaleses, denen der Cid doch schon ein paar Jahre zu viel tot ist, stürzen sich darauf, dass Burgos ein Kandidat für die Kulturhauptstadt 2016 ist. Überall kann man das Logo sehen: Auf dem Internetauftritt des Rathauses, in den Illuminationen der Plaza Mayor, ich habe es sogar auch einer Schürze der Kellner in einem Restaurant gesehen.

Bei so einer Euphorie dürfte doch auch klar sein, wer Kulturhauptstadt wird. Ich habe mich schon gefragt, wie sie das noch steigern wollen, wenn sie wirklich Kulturhauptstadt werden sollten.
Die Plaza Mayor ist auch ohne Kulturhauptstadtlogo ganz nett. Was ich schön finde ist, dass es so Marmorbänke gibt, auf die man sich setzen kann, wenn man nicht ins Café will. Und die Casa Consistorial hat rote Linien an den Säulen, die anzeigen, wie hoch das Wasser bei den Hochwassern 1870 und 1930 gestiegen ist. Höher als ich groß bin. Dabei ist der Fluss schon ein Stück weg von der Plaza Mayor und es gibt einen breiten Überschwemmungsstreifen.

Die Casa Consistorial im Dunkeln

Architektonisch erwähnenswert ist wohl auch das Stadttor Arco de Santa María (mir ist gerade beim Nachlesen auf Wiki aufgefallen, dass das Atomkraftwerk hier in der Nähe auch Santa María heißt, dann kann das ja wohl als sicher gelten... :-/).

Außerdem ist da natürlich noch die Kathedrale, in der der Cid und seine Frau begraben sind. Der kluge Tourist geht dienstags nachmittags in die Kathedrale, dann ist der Eintritt nämlich frei. Sonst zahlt man als Student 4 Euro (und hat ganze 75 ct Ermäßigung gegenüber der hart arbeitenden Bevölkerung). Sogar die Pilger müssen hier Eintritt zahlen (2,60 € oder so), was ich aber schon eine Unverschämtheit finde. Das Schönste an der Kathedrale ist die Kuppel, unter der der Cid liegt.



Vor der Kathedrale sitzt ein Pilger aus Metall, der mit ganz vielen Furunkeln und Ausschlag übersät ist. Das schlimme ist nur, dass ich hier wirklich einen Mann gesehen hatte, der einen ähnlichen (bläulichen) Ausschlag im Gesicht hatte. Es scheint also nicht alles der Fantasie des Künstlers entsprungen zu sein.

Überhaupt gibt es hier in Burgos immer wieder über die Stadt verteilt solche Statuen. Eine Frau, die Kastanien röstet, ein Mädchen, das den Fluss anguckt, ein Polizist, ein Mann, der Zeitung liest... Irgendwo habe ich auch einen Mann und ein Kind in Kleidung aus dem 18./19. Jahrhundert gesehen, aber ich weiß nicht mehr wo.

Und damit das ganze nicht zu sehr nach Reiseführer klingt, hier noch ein kleiner Insider für all diejenigen, die ebenfalls mit dem Spanischbuch Puente Nuevo gequält worden sind: Was war noch mal auf dem Dach der Kathedrale in Trujillo?
Hier ein nido de cigüña für euch auf dem Fernando Gonzáles Tor/ Bogen was auch immer.

Sonntag, 5. September 2010

Salamanca und León

Papa hat sich ein Auto gemietet und so sind wir vorgestern und gestern auf Entdeckungstour unterwegs gewesen. Charlotte ist mit gekommen.
Vorgestern waren wir in Salamanca und haben vorher Charlotte angeholt (bei ihr vor dem Haus kann man noch schlechter parken als vor meinem ;-)). In Salamanca angekommen, war Mittagsessenszeit. Danach haben wir uns dem Kulturprogramm gewidmet. Salamanca ist sehr touristisch. Überall gab es so kleine Souvenirläden und neben dem Jakobsweg und dem allgegenwärtigen Frosch (die Erklärung dafür folgt noch) dominiert natürlich einer: Paul.

Wir haben uns die Kathedrale angeguckt und waren auf der Plaza Mayor. Ist nicht schlecht die Stadt, aber na ja, ich finde sie zu touristisch, um da als Erasmus-Studentin zu sein. Die Kathedrale ist eigentlich zwei. Es gibt eine alte und eine neue. Und in die alte kommt man nur, wenn man durch die neue geht. Die so genannte "neue Kathedrale" ist aber aus der Gotik/ Renaissance. Also, sie soll die letzte gotische Kathedrale sein, hat aber schon auch Renaissance-Einschläge (würde ich mit meinem Halbwissen behaupten). Aber das ist ja auch irgendwie logisch, weil so eine Kathedrale ja nicht mal eben in einem Jahr hochgezogen wird. Vor allem nicht solche und nicht damals.
Und was noch erwähnenswert ist an der Kathedrale, ist das Ambo im Chorgestühl. Es hat die Form eins Adlers. So wie das von Dumbledore in den Harry Potter-Filmen. Ob es wohl auch die Flügel ausbreitet, wenn der Bishof dahinter tritt und sich räuspert?
Danach sind wir zur Uni gegangen, die wie sicher einigen hier bewusst, die älteste Uni Spaniens ist. Auf der Fassade ist, neben hunderttausend anderen Mustern eine Frosch zu sehen - oder auch nicht zu sehen, denn der Student, der ihn findet, hat Erfolg im Studium, im Leben etc.(deswegen auch der Frosch überall in Salamanca). Charlotte und ich haben uns unser Glück erkauft. Wir haben den Frosch gesucht und plötzlich kam so ein junger Mann auf uns zu, der uns erst erklärte, wo der Frosch zu sehen sein müsste und uns dann noch die gnaze Fassade erklärte. Wir dachten erst ganz naiv, er wäre von der Uni. Da er bei einer Mädchengruppe stand, dachte ich erst, sie wären Erasmusstudentinnen und er ihr Tutor. :-D Das nennt man wohl Projektion. Irgendwann dämmerte es mir dann aber, dass er da wohl Geld für wollte und so war es dann auch. Aber na ja, dann haben wir ihm beide einen Euro gegeben und haben jetzt dafür Glücks fürs Studium... Ich habe die Fassade auch fotografiert, aber den Frosch sieht man nicht. Ihr könnt ja trotzdem mal suchen. Kleiner Tipp: Er sitzt auf einem Totenkopf.

Die Wände (zumindest die Außenwände) sind voll "Graffiti". Irgendwelche wichtigen Leute wurden da in roter Farbe festgehalten (u.a. Felipe und seine Letizia). Charlotte und ich hätten und auch dazu schreiben sollen. We were here. Allerdings war das alles auf Latein. Da hätte Charlotte ran gemusst. :-D Aber sie wollte mich Rutus nennen und ob ich so da in alle Ewigkeit stehen bleiben möchte... Außerdem gibt es bei der Uni ein sehr schönes Schild, dass man den Rasen nicht betreten darf.

Wir wollte auch zum Fluss gehen. Zum Tormes. Nur - da war keiner. Eine Brücke war da, aber weit und breit kein Wasser. Dafür haben wir etwas anderes entdeckt. Eine Statue eines blinden Mannes, der von einem Jungen geführt wird. Na, irgendeine Ahnung, wer das sein könnte? Wer hat beim Witthaus aufgepasst? Richtig, den Lazarillo de Tormes. Klar, dass wir davon auch ein Foto gemacht haben.


Gestern waren wir dann in León. Charlotte hat bei mir geschlafen, also sind wir direkt von Burgos aus losgefahren. León ist ganz anders als Salamanca. Nicht so touristisch. War schöner. Als wir aus dem Parkhaus kamen, sind wir erstmal auf eine Mini-Demo gestoßen. Drei Leute, die wollen, dass León unabhängig wird. Manche Leute haben merkwürdige Ideen.
In León waren wir als erstes in der Kathedrale. Wie fast alle spanischen Kathedralen ist auch in León ein "coro" drin. Also so ein Kasten, in dem das Chorgestühl der Mönche ist und der den Blick auf den Altar verbaut, wenn man durch die Haupttür kommt. In León haben sie einen Teil des Kastens durch eine Glastür ersetzt. Überhaupt ist viel Glas in der Kirche. Hohe und schön farbige Kirchenfenster (die von außen eher mäßig aussehen) und kaum Mauer. Schon beeindruckend.


Während wir da waren, war eine Hochzeit. Ich stelle mit das ja schwer romantisch vor: heiraten, wenn ein Haufen Touris um dich rumlaufen (also, irgendwann wurden auch keine mehr rein gelassen, aber die die drin waren, mussten nicht raus). Na ja, wer's mag. Leider haben wir den Einzug der Braut verpasst, weil wir da gerade im Kreuzgang waren. Den Kreuzgang haben sie geschafft, zu verschandeln, in dem sie einen blauen und einen orangenen Glaskasten (ich glaube zur Kinderbelustigung) in die Mitte gesetzt haben. Están locos, estos españoles... (wie Obelix bemerken würde)
Danach waren wir noch in San Isidoro, einer romanischen Kirche. Da haben wir es irgendwie geschafft, uns in eine Gruppenführung zu schmuggeln. :-D Eine Schulklasse. Ich weiß nicht genau, ob es eine spanische Schulklasse mit englischsprachigen Gästen oder eine englischsprachige Schulklasse, die mit dem Spanischkurs eine Sprachreise gemacht hat, war. Ich tendiere zum ersten. Das war jedenfalls sehr lustig, weil die Museumsführerin irgendwann ziemlich los meckerte, weil die Mädchen hinten nicht zuhörten und Fotos machten. Papa meinte, sie wäre zu einer Gesamtschullehrerin mutiert. Nach der Führung wurde die Klasse auf Spanisch ziemlich zusammengeschissen (und kriegte gesagt, dass sie bis 15 Uhr Freizeit hätten). Das fand ich sehr amüsant.
Aber das beste kam später. Wir liefen von San Isidoro zurück in die Fußgängerzone und hörten plötzlich die Lehrerin hinter uns telefonieren. "Tía, no crees, donde estoy - en LEÓN!!!!" ("Du glaubst nicht, wo ich bin - in LEÓN!!!"). Sie war total euphorisch. :-D
Beim Mittagessen habe ich das Brautpaar aus der Kirche wieder gesehen, die merkwürdige Hochzeitsfotos machten. Oder vielleicht eher ein merkwürdiges Hochzeitsvideo drehten: Sie rannten gleichzeitig los, sie schubste ihn und er tat so, als würde er gegen eine Hauswand knallen. Und das wollen sie zur goldenen Hochzeit wieder hervorkramen und den Enkeln zeigen?
Insgesamt waren die beiden Ausflüge sehr cool, auch wenn meine Mitbewohnerinnen mich für verrückt erklärt habe, dass ich so früh los wollte (9 Uhr bzw. 9.30 Uhr). Und ich denke mir, wenn die Uni erstmal anfängt, dann habe ich vielleicht nicht mehr so viel Zeit. Außerdem war diese Woche nach dem Umzug eh nicht mehr viel los. Da konnte man die Zeit gut nutzen, um sich mal die umliegenden Städte anzusehen.

Ein Zimmer - und was für eins!

Ich habe ein Zimmer! Nach einer Nacht drüber schlafen habe ich mich dann für das erste (und einzige) Zimmer, das ich mir angesehen habe, entschieden. Auf den zweiten Blick ist es sehr viel besser als auf den ersten. Das Einzige, was nicht so toll ist, ist, dass ich wieder mit dem Bus fahren muss, wenn ich zur Uni will, aber auch das ist ja nicht so weit. Und mit dem Gas werde ich schon klar kommen... irgendwie.
Als ich das erste Mal mit der Vermieterin telefoniert habe, war ich mir ziemlich sicher, dass sie mir absagen würde. Denn eigentlich wollte sie das Zimmer für zehn Monate vermieten, nicht nur für sechs. Sie meinte, sie würde nochmal mit ihrem Mann reden und mich dann zurückrufen. Etwa eineinhalb Stunden später rief sie mich an und meinte, ich könne mir das Zimmer ansehen. Das war am Dienstag. Am Mittwoch habe ich zugesagt, am Donnerstag bin ich eingezogen. Letztendlich habe ich das Zimmer wohl bekommen, weil ich Deutsche bin. Meine Vermieterin und ihr Mann haben nämlich neun bzw. 17 Jahre in Deutschland gelebt (sprechen aber dafür erschreckend wenig Deutsch, aber ich will ja auch Spanisch lernen). Ich nehme an, dass sie in Deutschland sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Oder ich habe sie an ihre Anfänge im Ausland erinnert und tat ihnen Leid. Jedenfalls habe ich jetzt doch ein tolles Zimmer erwischt.
Es ist erstaunlich groß (es wirkt größer als das in Essen, aber ich glaube, es ist nur anders geschnitten), hat ein Fenster, eine Heizung und eine Prinzessinnenkommode (also so eine mit geschwungenen Schubladen und Spiegel). Was fehlt ist ein Bücherregal. Aber ich habe zwei Tische und habe den einen einfach zum Büchertisch erklärt (ich habe ja auch so viele mitgenommen ;-)). Ich hatte die Vermieterin vorher gefragt, ob eine Decke da wäre. Sie meinte nein. Also haben wir eine gekauft. Sie aber auch. Jetzt habe ich zwei Wolldecken, reicht also für den Winter. Die Spanier machen ihre Betten ja auch so komisch: Lacken auf die Matratze und dann ein Lacken mit Wolldecken unter die Matratze klemmen, so dass man wie in einer Zwangsjacke im Bett liegt. Also so ähnlich. Deswegen ist die Wolldecke, die wir gekauft haben, auch etwas breit für meinen Bezug. Ich habe zwar gesagt, dass das Bett 90 cm breit ist, bin aber, in meiner deutschen Naivität davon ausgegangen, dass wir dann auch eine 90 cm Decke kriegen. Pustekuchen. Aber was soll's? Die Decke ist jetzt geknubbelt im Bezug, aber fällt nicht groß auch, wenn ich das Bett unter der Tagesdecke verschwinden lasse. Die Vermieterin hat mir auch spanisch Bettwäsche mitgebracht. Ich könnte also mal versuchen, mein Bett auf die spanische Art zu machen.
Bei einem Super-Bazar um die Ecke habe ich mir dann noch gekauft, was ich nicht im Supermarkt bekommen habe: Tesafilm und Papier. Ich habe jetzt einen rosa Tesafilmabroller! Spanien färbt schon ab. :-D

Meine Mitbewohnerinnen hier sind echt nett. Ich kenne bisher zwei, die dritte zieht Mitte September ein. Die eine (Lara) studiert Englisch auf Lehramt für die Grundschule. Mit ihr habe ich mich am ersten Tag schon etwas länger unter anderen über das spanische Schulsystem und englische Bücher lesen (sie meinte, das würde ihr so schwer fallen, ich habe ihr vorgeschlagen, mit Büchern anzufangen, die sie schon kennt, da überlegte sie, "Crepúsculo" ("Twilight") anzufangen) unterhalten. Sie meinte, sie hätte sich auch erst nicht getraut, mit dem Gasherd zu kochen, aber das Essen würde besser damit. Was die andere (Carol) studiert, weiß ich nicht, aber sie hat mit gestern sicher 45 Minuten lang geholfen, bis wir meine Internetverbindung via Wifi gebastelt hatten.
Eigentlich musste ich nur den Netzwerkschlüssel eingeben. Carol hatte ihn mir aufgeschrieben, ich habe ihn eingeben, aber es hieß, es gäbe keine oder nur eine schlechte Verbindung. Carol hat sich also davor gesetzt, war ganz entsetzt, dass das ja alles Deutsch ist und hat versucht, irgendwas daran zu machen. Irgendwann kamen Charlotte und ich auf die Idee, dass der Netzwerkschlüssel vielleicht falsch sein könnte. Carol meinte, auf keinen Fall, es wäre etwas an meinem Laptop, weil ich nicht über Windows ins Wifi gehe, oder was auch immer. Dann haben wir doch mal geguckt, wie der Netzwerkschlüssel ist, der unter dem Router steht. Das Problem war, dass die Mädchen da was drüber geklebt haben, damit diejenigen in der WG, die das Internet nicht bezahlen, sich nicht heimlich einloggen können. Man konnte das Abgeklebte zwar abziehen, aber die Nummer war nicht mehr so gut erkennbar. Da hätte die 6 genauso gut eine 5 oder ein S sein können. Nach einigen Hin und her und verschiedenen Kombinationen ausprobieren hat Carol bei der Firma angerufen, die haben uns den richtigen Schlüssel gegeben und siehe da - es klappte. Von wegen, mein Laptop ist das Problem... Aber echt toll, wie sie sich dahinter geklemmt hat. Ich glaube, mit dem Zimmer habe ich echt einen Glückgriff getan!