Donnerstagnachmittag bin ich nach Valladolid gefahren. Das Ganze war schon lange geplant, denn schon lange bevor wir überhaupt nach Spanien geflogen sind, wussten wir, dass die Celtas Cortos, eine spanische Rockband mit irischem Einfluss, am 9.9. auf der Plaza Mayor spielen würden. Lisa hat die Band vor einiger Zeit entdeckt und irgendwie ist der Funke übergesprungen (auf mich nicht zuletzt wegen des irischen Einflusses... :-P). Also hatte ich mich schon lange auf den Abend gefreut, auch wenn ich dadurch nicht an der Erasmus-Welcome-Party in Burgos teilnehmen konnte...
Die Busfahrt nach Valla hat wegen einer Zwangspause von ca. 40 Minuten irgendwo en medio de la nada fast drei Stunden gedauert (die Rückfahrt auch - Merke: möglichst nicht mehr mit der Linie Zamorra-Barcelona nach Valla fahren), in Valla haben mich dann Charlotte und ihr Mentor vom Busbahnhof abgeholt. Wir sind zu Charlotte gegangen, von da zur Pizzeria und von da zu Emilia, wo ich dann Teile der vallisoletanischen Erasmusgruppe kennen gelernt habe. Allesamt sehr nett.
Um zehn haben wir uns auf den Weg zur Plaza Mayor gemacht ("Jetzt geht noch mal jeder aufs Klo und dann reiten wir los" ). Das Konzert war wirklich gut, nur leider hatte ich meine Hausaufgaben nicht gemacht und konnte die Texte noch nicht mitsingen. Allerdings kannte ich auch längst nicht alle Lieder. Bei denen, bei denen ich die Melodie kannte und gerne mitsingen wollte, habe ich einfach "lalala" gesungen oder meine Vokale den anderen Mitgrölern angepasst. :-D Bei einigen Liedern hatten die Celtas heimische Musikgruppen dabei (z.B. eine Percussion Group oder ein Blasorchester). Das hat mich erst etwas verwirrt, aber eigentlich ist das eine nette Idee. Schließlich gehörte dieses Konzert auch zu der Feria von Valladolid.
Nach 2 Stunden Konzert war ich aber auch froh, dass es vorbei war. Nicht wegen der Musik sondern weil ich mir vorher meinen Fuß umgeknickt hatte (zum zweiten Mal seit ich in Spanien bin -.-) und trotz der Bandage nicht mehr gut stehen konnte. Deswegen war ich auch erleichtert, dass Charlotte es nicht schlimm fand, dass wir nicht mit den andere noch durch die Bars gezogen sind. Lisa ist mit uns gegangen. Leichte Ermüdungserscheinungen nach einer Woche Fiesta würde ich sagen.
Freitag haben Charlotte, Alex (eine Erasmus-Freundin) und ich erst nach einer neuen Wohnung für Alex gesucht, aber keine gefunden. Danach hat Charlotte lecker für uns gekocht (mir kam die ehrenvolle Aufgabe zu, Nudeln zu kochen - und habe prompt das Salz vergessen, na ja, fiel nicht weiter auf...). Dabei ist mir noch mal aufgefallen, dass ich nicht die Einzige mit Angst vor dem Gasherd bin. Wir sollten die AAvGH ("Anonymen-Angst-vor-Gasherd-Haber") gründen.
Abends habe ich das Abendprogramm in Valla mitgemacht: Treffen bei Emilia, Tinto de verano trinken und dann durch die Bars. Hm, war ganz nett. :-D Ich muss es noch schaffen, beim Tanzen das Denken auszuschalten. Vielleicht wird es dann auch mal wirklich "Tanzen" und nicht nur "das Gewicht von dem einen auf den anderen Fuß verlagern und dabei die Knie minimal einknicken". Lustig war auf jeden Fall das Eiswürfel zu werfen. Was soll man sonst mit fünf Eiswürfeln in seinem Getränk? Und ich glaube, die anderen Leute hatten bei dem Spiel "Wer den Hut aufhat, muss in die Mitte gehen und tanzen" viel Spaß, als ich in die Mitte musste (mir war so klar, dass Tristina mir den Hut aufsetzen würde, sie hat schon so gegrinst ;-)), mich wie ein Kreisel gedreht habe. Ich hatte weniger Spaß daran, dass ich, nachdem ich mich aus der Mitte befreit hatte noch etwa eine Minute den Kopf still halten musste, weil der noch nicht mitgekriegt hatte, dass wir uns nicht mehr drehten.
Die letzte Bar hätte mir richtig gut gefallen. Ich fand die Innenausstattung schön. Da war eine Bücherregalattrappe an der Wand. Muss ich mehr sagen? Bücher machen mich nun mal glücklich. Auch wenn es nur eine Illusion ist. Leider war die Bar so voll, dass man sich kaum bewegen konnte. Das war schlecht. Es hätte mindestens die Hälfte weniger sein müssen. Dann hätte ich bleiben können. Aber ich bin mit Lisa und Tristina gegangen. Es war ja auch schon halb drei. Wir sind noch ein bisschen durch das nächtliche Valladolid geirrt (das passende Lied dazu: "Where the streets have no names" von U2 ;-)) bis die beiden mich heile bei Charlotte abgesetzt haben.
Samstagmorgen oder viel mehr Samstagmittag haben Lisa und ich Brunch im Campo Grande gemacht. Mit einem leckeren Schokocroissant, das die Frau am Busbahnhof in der Mikrowelle aufgewärmt hat. Total lecker, aber es hat geschmiert wie Sau. Im Campo Grande habe ich mich sehr über die Pfauen-Invasion gewundert. Wo waren die alle im April? Jetzt könnte ich auch fragen: ¿Os habéis reproducido? *entsetzt guck* ;-) Einige Pfauen hatte sich aber wirklich fortgepflanzt. Wir haben einige Küken mit Mutter gesehen. Süß! Vor allem, weil ihnen erst noch diese kleinen Federn auf dem Kopf wuchsen!
Nach dem Campo Grande bin ich zurück zu Charlotte gegangen und habe meine Sachen gepackt. Wir sind zusammen zu der Fressmeile der Fiesta gefahren und haben verschiedene Spezialitäten aus den verschiedenen Regionen Spaniens und Städten Kastiliens probiert. Zumindest wollten wir das, aber nach vier Sachen waren wir schon so satt, dass wir uns den Rest nur angeguckt haben. Auf dem Gelände war auch eine Kirmes, die wir uns angeguckt haben. Die Spanier scheinen auf Luftballons mit Pfeilen bewerfen zu stehen. ;-) Wir haben kurz überlegt, in die Wildwasserbahn zu gehen (es war genau das richtige Wetter dafür), aber für 3€ pro Fahrt schien uns die Bahn etwas zu mickrig. Wir sind zurück in die Innenstadt gefahren und ich habe im Campo Grande ein bisschen gelesen und darauf gewartet, dass es Zeit wurde, zum Busbahnhof zu gehen.
Irgendwann hörte ich Musik und bin mal gucken gegangen. Neben dem Campo Grande war eine Bühne aufgebaut, auf dem Folklore-Tänze aus Kastilien vorgeführt wurden. Ich habe ein bisschen zugeguckt. Ja, Musikantenstadl und Schützenfest sind mega peinlich, aber spanische Folklore ist spannend. ;-) Allerdings waren die Tänze alle etwas ähnlich. Ein paar Schritte auf der Stelle, nach vorne oder zurück, im Kreis drehen (wobei die Röcke der Mädchen und Frauen sich schön aufblähten) und mit dem Po wackeln. Dabei mit Kastagnetten klappern (ich dachte, die wären nur typische für Flamenco...). Die Musik dazu kam von irgendeinem etwas quäkenden Blasinstrument (es sah wie eine Oboe aus) und Trommeln. Mal ein bisschen Landeswissenschaftlich weitergebildet. ;-)
Fazit: Valladolid war schon cool, aber das Abendprogramm wäre mir für jeden Abend zu anstrengend (dabei bin ich ja immer schon früher gegangen), dafür hätte ich ein bisschen mehr von dem Tagesprogramm der Fiesta gemacht. Auch in Valla gab's ne Prozession habe ich im Programm gesehen. ;-) Einen Umzug haben Charlotte und ich ja sogar vom Bus aus gesehen. Da liefen drei oder vier Gigantes rum. So große Figuren, die von Leuten, die drunter stecken getragen werden. Außerdem ein paar Figuren in Normalgröße aber mit dicken Köpfen.
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Haha, sehr gut! Wir haben die Pfauen-Invasion heil überstanden! :) ic hätte "Bailadollid" auch gern gesehen :D lol.. hab ich glaub ich sogar 1 mal :D das war schonmal, noch bevor die fiestas angefangen hatten :D luuuuustig!
AntwortenLöschenaaaah "ich hätte Bailadolid" auch gern gesehen, scheiß Tippfehler!!!
AntwortenLöschenIch glaube, du wolltest einfach nur einen Grund haben, dieses wunderschöne Wortspiel noch mal zu wiederholen. :-D
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