Mittwoch, 15. September 2010

Blöde Bürokratie...

Was ich am Erasmus-Semester hasse, ist das ganze Ausfüllen von irgendwelchen Formularen. Das ging in Deutschland schon los. Annahmeerklärung, Anmeldung an die Uni, Learning Agreement... Und überall wollen die mindestens drei Unterschriften: Meine, die vom Departmental Coordinator und vom Institutional Coordinator. Und weil es so schön ist, gleich noch von beiden Unis. Die armen Bäume, die für diesen Wulst an Papier sterben mussten...
Heute war ich bei meiner Coordinadora in Burgos, um mit ihr über die Kurse zu sprechen, die ich belegen will. Das geht alles so weit klar und sie hat die erste Seite meines Learning Agreements unterschrieben. Die zweite Seite solle ich noch mal ordentlich ausfüllen, dann unterschreibe sie das auch (diese zwei Seiten bestehen zu mindestens 2/3 aus Unterschriften!). Für diese 10-15 Minuten habe ich drei Anläufe gebraucht, weil die Frau nie da ist. Sie wollte auch wissen, wie viele Credits ich insgesamt brauche. Da ist mir aufgefallen, dass ich das gar nicht so genau weiß, nur gerüchteweise was von 30 Credits, an anderer Stelle von 20 gehört habe. Dabei war ich bei allen Info-Veranstaltungen. Ist das mit den Credits also eine geheime Information? Oder habe ich einen Brief nicht bekommen? In dem Brief, in dem die Höhe des Mobilitätszuschusses steht, heißt es nur: "Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass wenn Sie keine Leistungen erbringen, wir den kompletten Zuschuss zurückfordern werden." Das kann ja alles und nichts heißen.
Ich habe der Frau vom AAA eine E-Mail geschrieben, aber sie ist im Urlaub. Warum sind immer alle Leute, von denen ich was will im Urlaub? Als meine Karte der Deutschen Bank nicht ankam, war die entsprechende Mitarbeiterin auch im Urlaub. Warum kriegen die Leute Urlaub? Warum können die nicht 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche Fragen beantworten? :-P Ich habe die Mail jetzt an ihre Kollegin weiter geleitet und hoffe, dass sie mir helfen kann.
Aber das ist doch wirklich ätzend mit der Bürokratie! Und ich wette, es ist durch Bologna nicht besser geworden (oder gab es davor auch schon Credits?). Ich bin gerade ein bisschen frustriert. Wir dürfen von deutsche Seite auch nämlich keine Kurse aus dem 1° und 2° curso machen. Das Problem ist nur, dass sie bei den Grados (Bachelor) noch nicht weiter sind, weil der gerade neu eingeführt wurde. Und bei der Licenciatura (sowas wie Diplom oder so) gibt es nur den Abschluss Licenciatura en Humanidades (also in Geisteswissenschaften), den man mit dem Schwerpunkt Sprachen belegen kann. Aber dann hat man da eben auch Kurse in Englisch, Französisch, Latein und Altgriechisch. Spanisch ist natürlich vertreten, aber aus irgendwelchen teuflischen Gründen, überschneiden die sich alle.
Das finde ich gerade sehr frustrierend hier. In Essen klappt das mit dem Stundenplan ja auch nicht immer so, wie man das gerne hätte, aber wenigstens weiß ich, dass ich, wenn ich die Kurse mache, hinterher auch eine Note bekommen, die was wert ist. Außerdem muss ich ,wenn ich mal einen Kurs weniger mache, dass nur mit mir, meinem Gewissen und meinen Eltern (wegen der Studiengebühren) klären und nicht fürchten, dass das Erasmus-Geld hinterher zurückgefordert wird. Und durch diese Unklarheiten zögert sich natürlich auch die Matrícula, das endgültige Anmelden an der Uni, raus. Ich kann das nur dienstags und donnerstags machen. Und wenn ich mich matrikuliert habe, dann stehen die Kurse eigentlich. Dann kann ich das nicht mehr ändern. Ich habe im Grunde noch bis zum 30. September Zeit, dass zu machen, aber andrerseits drängen uns die Dozenten immer schon, dass endlich zu machen, damit sie ihre Listen kriegen und wir eine Uni-Mailadresse, damit wir auch das spanische Moodle nutzen können. Außerdem zögert es sich dann so ewig hinaus, dass mein Studentenausweis kommt. Der muss nämlich erst zentral in Madrid erstellt werden (wenn ich da an Essen denke, wo sie ihn mir in 2 Minuten ausgedruckt haben...). Wie war das noch mit der Bürokratie? Ja, sie ist Mist!

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