Es ist schon verrückt, wo man hier auf deutsche Wörter trifft. Und damit meine ich nicht die deutschen Touristen, die einem vor der Kathedrale über den Weg laufen. Auf dem Weg zu meine WG komme ich zum Beispiel täglich an einem Laden mit artistischen Geräten und Holzspielzeug vorbei. Im Schaufenster sieht man Jonglierkeulen, Stelzen und kleine Kartons mit Holzautos und anderem "pädagogisch wertvollem" Spielzeug. Weil ich ja gerne in Fenster gucke, riskiere ich immer wieder einen Blick und an einem Tag, ich war schon fast an dem Geschäft vorbei, fiel mein Blick auf das Wort "Miniseilbahn". Erst habe ich mir nichts dabei gedacht, dann fiel mir aber auf: "Moment mal, das ist ja deutsch!!!" Ich habe auch gleich ein Foto davon gemacht.
Etwas Ähnliches ist in einem Dönerladen in der Nähe der Kathedrale passiert. Alexandra und ich wollten nach der Uni was essen und weil die spanischen Restaurants, in denen das Menu schön billig war, alle voll waren, haben wir uns für Döner entschieden. An dem Laden stand zwar dran, dass Deutsch gesprochen würde, aber wir dachten uns, dass die Spanier eben etwas Deutsch könnten. Es stellte sich aber heraus, dass die Besitzer aus Dortmund kommen. Und dass Alexandra und der Besitzer sogar einen gemeinsamen Bekannten da haben. So klein ist die Welt! Als wir gegangen sind, ist uns aufgefallen, dass auf dem Schild auch "Döner" stand. Nicht "Doner", wie die Spanier es schreiben. Außerdem stand da auch noch "Fleisch und Salat im Fladenbrot" oder so ähnlich. Das war uns gar nicht aufgefallen. So was erwartet man hier ja auch eigentlich nicht.
Und jetzt zu dem Namen... Eigentlich hätten die schon fast einen eigenen Eintrag verdient. Ich weiß aus Essen ja schon, dass es Spanier mit eigensinnigen Namen gibt (eine spanische Dozentin heißt Belén (Bethlehem) mit Vornamen - in einer deutschen Schule wäre sie mit dem Namen sicher gemobbt worden), aber ich hatte gedacht, dass das Einzelfälle sind. Wie Paris Hilton... Weit verfehlt. In dem Grado-Jahrgang gibt es zwar normale Namen, wie Cristina, Joana oder Virginia (wobei ich letzteren Namen schon etwas ausgefallener finde, aber die Spanier finden wahrscheinlich Namen wie Katrin oder Charlotte äußerst merkwürdig), allerdings auch ein Mädchen namens Lourdes. Aber es kommt noch besser: Beim Mercadona (Supermarkt) arbeitet eine Frau, die Nazaret heißt. Heute hat sie sich mit Jesús unterhalten. Ihr kennt mich ja, ich habe mir dann gleich überlegt, wie lustig es wäre, wenn die beiden ein Paar wären und die anderen den Jesús, um ihn von anderen mit den gleichen Namen zu unterscheiden, immer "den Jesús von Nazaret(h)" nennen würden... :-D
Und was bei den Namen der Spanier auf jeden Fall erwähnt werden muss, ist der Name María. Frauen wie Männer tragen diesen Namen und bei den Frauen sind es gefühlte 50% wenn nicht mehr. Viele Frauen heißen nämlich María + einen anderen Namen. María Cristina, María Luisa, María Rosa... Als ich das erste Mal zum Masterkurs kam, stellte sich die eine Frau mit Asun vor. Ich musste gleich an "Atún" (Thunfisch) denken und habe nochmal nachgefragt. Sie meinte, sie hieße eigentlichen María Asunción aber das wäre "un nombre muy larog y feo" (ein sehr langer, hässlicher Name), deswegen Asun. Das Mädchen, das sich vorher als Rosa vorgestellt hatte, meinte, es hieße eigentlich auch María Rosa. Asun hat mir daraufhin erklärt, dass es eine zeitlang in Spanien so üblich war, den Mädchen zuerst den Namen der Jungfrau zu verpassen. Aber das ist keine Erklärung dafür, warum manche mit dem Namen María Inmaculada gestraft sind...
Das mit den Name hat mich auch total verwirrt. Alle heißen hier Jose, Juan, María, Jesús, María plus x und ich verwechsel das ständig. Das tut mir dann voll Leid, wenn ich die Leute mit dem falschen Namen anspreche. Und die wissen aber immmer sofort, dass ich Lisa bin.
AntwortenLöschenDas mit der Dönerbude ist witzig. Die Welt ist klein!