Die Frau in rosa hat mit einer Rede angefangen, dass sie sich so freuen würde, dass wir da sind und danke, dass wir uns für Burgos entschieden haben (das hat sie mehrmals betont). Sie und ihre Kollegen wären immer für uns da (ja, natürlich, deswegen musste ich auch dreimal zum Büro meiner Coordinadora latschen, bis sie in ihrer Sprachstunde mal da war) und sie hoffe, wir würden unsere Zeit hier genießen. Wie es in Burgos wahrscheinlich nicht anders geht, wurden wir internationalen Studenten mit den Pilgern des Jakobweges verglichen (zum Cid fiel ihr wahrscheinlich keine Analogie ein :-P), weil wir - wie die Pilger - sowohl die Einsamkeit und die damit verbundene Reflexion als auch die Pluralität (andere Länder, andere Sitten, andere Leute) kennen lernen würden. Außerdem wurde uns das Kulturprogramm der UBU für alle Stunden und die kulturellen Aktivitäten extra nur für uns vorgestellt (wobei ich mich immer noch fragen, wieso sie die Bibliotheksführung ausgerechnet unter das Kulturprogramm untergeordnet haben - also, ich werde die Führung wohl mitmachen, aber eigentlich hätten sie das schon bei der Reunion Erasmus machen können).
Nach den ganzen Reden gab es dann draußen was zu trinken und zu essen (meine Nachbarin hatte schon gemeckert: "Ich dachte, es gäbe was zu essen, warum sitzen wir jetzt hier?") im Patio der juristischen Fakultät. Erst dachte ich, die wollten und verarschen. Da standen ne Menge Gläser und ein paar Wasserflaschen auf einen Tisch mit einer Papiertischdecke. Sonst nichts. Dementsprechend wenig überzeugt blieben wir alle im Hof stehen und wurden dann von einer der Mitarbeiterinnen der Uni zu den Tischen gedrängt und auf ein mal gab es sogar mehr als nur Wasser. Zuerst brachten irgendwelche Leute Cola und Fanta raus. Mit dem Essen dauerte es einen Moment länger, weil es wohl ein Missverständnis in der Küche gegeben hatte. Deswegen gab es wohl auch zuerst nur Toastbrot mit Schinken und Käse und kleine belegte Croissants. Die Frau in rosa drängte uns alles was zu essen auf. Allerdings - und das fand ich wirklich nett - hat sie sich auch bemüht, jeden einzeln zu begrüßen, zu fragen, wo er oder sie herkommt und ein bisschen Smalltalk zu machen.
Es wurde immer mehr Essen raus gebracht. Natürlich Tortilla, aber auch Schinken, Calamares und Morcilla (so eine Art Blutwurst mit Reis, für Burgos typisch). Wir haben alle mehr oder weniger begeistert zu gegriffen. An die Morcilla habe ich mich erst nicht so ganz rangetraut, weil die doch etwas unlecker aussah. Aber es schmeckte besser als das Aussehen vermuten ließ. Aber wie alles andere war auch die Morcilla etwas fettig.
Irgendwann ist uns ein Typ um 50 oder 60 aufgefallen, von dem wir nicht genau wussten, wieso er eigentlich da war. Er war eindeutig kein Student, aber sah auch nicht so wirklich nach einem Dozenten aus. Jedenfalls hat die ganze Zeit am Bufet gefuttert, wir haben ihn nie nicht-kauend gesehen und redete auch mit vollem Mund mit den anderen Leuten. Sehr merkwürdig. Ich argwöhne ja, die Frau in rosa hat das Krümelmonster angerufen, weil sie Angst hatte, wie ausländischen Studenten würden nicht alles aufessen.
Nach einiger Zeit bin ich mit einer Deutschen (Alexandra) zurück in die Stadt gefahren, wir mussten an der gleiche Station raus, ich habe entschieden, sie noch etwas nach Hause zu begleiten und dann haben wir uns überlegt, wir könnten doch noch einen Kaffee bzw. Tee trinken. Das haben wir gemacht und irgendwie war es dann fast schon vier Uhr nachmittags und um fünf hatte das Mädchen sich mit einer Amerikanerin verabredet. Wir sind also noch eine Stunde rumgebummelt, haben dann das Mädchen getroffen, haben noch einen Tee (bzw. die anderen Bier) getrunken und waren dann shoppen. Ich habe zwar nichts gefunden, aber immerhin mal die Geschäfte ausgetestet.
Die Amerikanerin (Dokia - wie Nokia nur mit D) hat uns dann auch darauf aufmerksam gemacht, dass morgen und übermorgen ein Mittelalter-Event zu Ehren des Cid (warum auch sonst) in Burgos stattfindet. Alexandra und ich hatten schon vom Café aus gesehen, dass auf dem Paseo de Espolón Fahnen aufgehängt wurden. Auf dem Rückweg zu meiner WG habe ich dann ein Programm für das Wochenende bekommen. Ich werde auf jeden Fall da mal vorbei schauen und berichten.
Haha, ne Frau in rosa... das mussteste extra hervorheben ne? :D
AntwortenLöschenCool, bei uns gabs danach auchn paar Häppchen und sogar Wein :) Scheint ne Tradition in Spanien zu sein ^^ Zumindest in CyL :D und ich will Fotos vom Cid!!!
Also die Fotos von der Begrüßung sehen ungefähr so aus, wie es auch in Murcia war. Und das Essen gabs auch bei der Jura-Fakultät. Lecker!
AntwortenLöschenNatürlich musste ich das mit der Frau in rosa hervorheben! ;-) Aber sie war echt ein laufender Farbklecks. Und das Rosa hat sich mit dem Rot hinter ihr gebissen.
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