und ich sage euch, es weihnachtet sehr -
mal weniger, mal mehr.
Hohoho, so ungefähr...
Na gut, bevor ich mich jetzt weiter mit schlechten Weihnachtsreimen in den Rentiermist reite, wechsele ich doch besser wieder zur Prosa. Schließlich schreibe ich doch auch eine Hausarbeit zu "textos narrativos" (narrative Texte - für die, die nicht einfach die o-Endung gedanklich wegstreichen können ;-)). In richtiger Weihnachtsstimmung werde ich wohl erst am 23.12. kommen, wenn die Weihnachtsferien angefangen haben und ich die beiden Hausarbeiten, die ich irgendwie noch bis dahin schreiben muss, abgegeben habe.
Trotzdem merkt man, dass bald Weihnachten ist. Ich bin schon zu einem "Cena de Navidad" in eine Pizzeria eingeladen worden. Anfang Dezember hat es geschneit. Der Schnee sah nur einen Tag schön aus und war zwei Tage später wieder weg, aber es hat mich gefreut.
Es sieht doch wirklich schön aus! (Die Fotos, auf denen der Schnee schon halb geschmolzen ist, habe ich natürlich nicht ausgewählt ;-)). Inzwischen ist es hier aber wieder wärmer. Gestern waren es um die 7°C (kalt war mir trotzdem!), da ist es etwas schwierig mit dem Schnee. Allerdings wäre ich auch nicht böse darum, wenn es keine weiße Weihnachten in Spanien gäbe, ich will ja am 24. erst mit dem Bus nach Madrid und von Madrid mit dem Flugzeug nach Alicante kommen. Hoffen wir mal, dass die Fluglotsen sich nicht wieder kollektiv krank melden...
ML hat mir irgendwann mal gesagt, dass Weihnachten in Spanien so ähnlich ist wie in Deutschland, dass es aber auch Unterschiede gibt. Ein großer Unterschied ist, dass den Spaniern der Adventskranz fremd ist. Ich war zwar am 1. Advent in der Kathedrale (und es wurde auch gesagt, dass wir den ersten Advent feiern), aber nicht einmal da gab es einen Adventskranz. Ich habe mir also selber einen gebastelt. Er sieht vielleicht etwas futuristisch aus, aber ich hatte keine Ahnung, wo ich Tannenzweige her kriegen sollte... Na ja, macht euch selbst ein Bild:
Das Rentierlicht auf dem zweiten Bild kommt aus dem Nikolaus-Kreativ-Paket, das am 2. Dezember bei mir eintrudelte.

Die Tage danach habe ich dann fleißig gebastelt und dabei die Hitgiganten Weihnachtslieder gehört. (Ach ja, die Girlanden hängen natürlich nicht übereinander, aber sie hängen über meinen Fotos, die ich hier nicht für alle veröffentlichen wollte)
Die Spanier scheinen von den Deutschen (?) aber zumindest die Tradition des Adventskalender übernommen zu haben. Jedenfalls habe ich mir im Supermarkt einen Schoko-Adventskalender gekauft (und habe einen vernünftigen mit Bildern von Mama bekommen :-)). Allerdings scheint der Adventskalender noch nicht so lange hier zu sein. Jedenfalls wird das Konzept auf meinem Kalender erst noch erklärt: Von dem 1. bis zum 24. Dezember darf man jeden Tag ein Kläppchen aufmachen und die Schokolade essen. Gut, dass sie es mir noch mal gesagt haben.
Und seit Nikolaus etwa wird hier in der Stadt auch ENDLICH die Weihnachtsbeleuchtung angemacht. Wegen der "Crisis" (Wirtschaftskrise) mussten nämlich die Stromkosten gespart werden und die Lichterketten hingen zwar schon viel versprechend in den Bäumen, aber waren leider nicht an. Jetzt ist es endlich so weit, und es gefällt mir soweit auch ganz gut. Nur beim Rathaus dachte ich mir irgendwie "Weniger ist mehr".
Von Montag bis Mittwoch hatten wir mal wieder Puente. Am Nikolaus ist in Spanien der zweite Nationalfeiertag und am 8. feiern die Spanier Mariä Empfängnis (bis vor kurzem dachte ich, da würde gefeiert, dass Maria Jesus jungfräulich empfangen hat, aber dann habe ich erfahren, dass es darum geht, dass Maria ohne Erbsünde empfangen wurde... Man lernt nie aus). Und weil an dem Tag dazwischen so blöd rumhängt, wird der eben mit frei gemacht. Sehr schön. Ich habe den Puente genutzt, um mein Referat für die Uni vorzubereiten. Ich musste es am Donnerstag im Bachelor-Kurs halten. Weil die Bachelor-Studenten den Freitag frei haben, war ich nicht überrascht, dass ich das Referat vor sehr gelichteten Reihen halten musste (obwohl natürlich alle tolle Ausreden hatten, warum sie nicht da waren ;-)). War mir ganz lieb. Das Referat ist auch einigermaßen gelaufen. ML meinte hinterher, ich müsste das Sprechen üben...
Am Donnerstag habe ich auch gesehen, dass im Foyer unserer Fakultät ein kleiner Weihnachtsbaum steht. Und auf der Spitze ist ein kleines Plüschrentier!
Und ich habe mich in den letzten Tagen etwas musikalisch landeswissenschaftlich weitergebildet. Auf den Vorschlag meiner ehemaligen Spanischlehrerin habe ich mir auf Youtube spanische Weihnachtslieder angehört. Im Supermarkt um die Ecke läuft gerade noch ein (un-)weihnachtlicher Mix aus Juanes, Shakira und "Blanca Navidad" - der spanischen Version von "White Christmas" gesungen vom mexikanischen Florian Silbereisen (wie Lisa ihn nennt), Luis Miguel. Wer Langeweile hat sollte von ihm mal "Santa Claus llegó a la ciudad" youtuben. Ich fand es sehr lustig. Er hat einige amerikanische Weihnachtslieder auf spanisch gesungen.
Na ja, jedenfalls habe ich dann mal "Villancicos de Navidad" gesucht und habe meine Ohren sicher zwei Stunden lang mit spanischen Kinderchören gefoltert. Jetzt mal im Ernst: Wir deutschen können es eindeutig besser. Wer mir nicht glaube, sollte mal "Campanas de Belén" oder "Hacia Belén va un burro, rin, rin" suchen und sich anhören. Aber vielleicht liegt es ja auch nicht an den Liedern sondern an den Chören... Lisas Mitbewohner will mit uns Weihnachten jedenfalls ein paar spanische Weihnachtslieder singen.
Ich hatte an dem Tag, als wir hier Schnee hatten, "Es ist für uns eine Zeit angekommen" im Facebook gepostet und kriegte gleich positive Rückmeldung einer spanischen Kommilitonin, die das Lied total schön fand. Sie kannte nur "Oh Tannenbaum" (auch nicht unbedingt das Vorzeigelied). Ich habe ihr daraufhin "Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, die Oma sitzt im Kofferraum" beigebracht. ;-)
Meine spanische Weihnachtsliedersuche endete Donnerstag in einem exzessiven Kinderlieder hören. Rolf Zuckowski rauf und runter (zuerst die Weihnachtslieder, dann Klassiker wie "Mein Platz im Auto ist hinten" und "Meikes Lied" - was übrigens wirklich schön ist, es ist Lisas und mein Motivations- und Mut-Mach-Lied) und dann "Anne Kaffekanne", "Higgeldy, Piggeldy, Pop und Pu" und das "Katzentanzlied". Lisa und ich haben uns über unsere Kinderlieder ausgetauscht und irgendwann bin ich bei "Jule wäscht sich nie" und "Raxli Faxli" gelandet. Neiiiiin, das hat gar nichts mit Heimweh oder so zu tun...
Und um auf die spanischen Lieder zurück zu kommen: Ich habe mir heute aus der Stadtbücherei eine CD von Amaral und eine von La Oreja de Van Gogh ausgeliehen. Von Amaral hatte Lisa mir ein paar Videos geschickt ("Toda la noche en la calle" ist ein echter Ohrwurm) bei der anderen Band fand ich den Namen so lustig (das Ohr von Van Gogh).
Ich habe gerade meinem Mitbewohner die Schneefotos aus Burgos gezeigt. Der konnte das gar nicht fassen! Also Schnee wird es hier in Murcia nicht geben, wenn ihr kommt. Dafür aber Palmen, relativ gutes Wetter (also wir können draußen sitzen), Weihnachtsbeleuchtung, ein "Weihnachtsmarkt" und Weihnachtsgedudel. Ich finde "Campanas de Belén" übrigens total cool. Freue mich schon auf euer Kommen :-)
AntwortenLöschenNa ja, ich finde unsere Weihnachtslieder aber trotzdem besser als "Campanas de Belén" ;-) Die sind nicht so zuckrig.
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